Es sieht ein wenig so aus, als wären wir in Thailand oder auf Bali unterwegs.1 / Schrilles Licht. / Lebendige Nacht. / Begrüßung durch Palmen. / Mitten in der Stadt treffen wir uns heute in der Stapelbar. / Nachdem wir unterwegs waren, um Bilder zu machen. / Fotos. / Das erste Mal auch – im Tausch. / Gerichtete Perspektive. / Gemeinsamer Blick. // Waren: am Bücherschrank. / Lesen an der brüchigen Bank / aus zweifelhaften Büchern. / Mensch bleibt stehen. / Zuhörer & -schauer. / Dann weiter. / Vor dem Kiosk. / Radler stürzt von der Bank. / Noch ein Radler. / Junge Frau mit Fahrrad geht in den Kiosk / kommt wieder raus. / Wartet. / – / Wartet. / Wartet / und fährt. / Unterhaltung. / Draußen. / Drinnen. Im Kiosk. / Am Kühlschrank. / Im Licht. / Mit Weingummi / im Glas. / Eine fragt: „Wofür?“ / – Wissen wir auch nicht – / „Was macht ihr damit?“ / – Das ist noch nicht klar – / – Irgendwas mit dem Internet – / – dann ziehen wir weiter.

Chlodwigplatz / fast. / In einer Einfahrt. / Vor einem Gitter. / Wechseln uns ab. / Dann: Auto. / Dann: Noch ein Auto. / „Lassen Sie sich nicht stören!“ / Die Stimmung ist gut / wie das Wetter. / Es ist Sommer in der Stadt. / Wir sind woanders. / Machen so weiter. / Köln ist jetzt Urlaub. / Wie damals Kanada / aber anders. / So etwas wie Arbeit / ohne Plackerei. / Pausen sind wichtig! / Noch mal „Zum Pitter“ / – Präsenz – / Handschlag.  / Umarmung. / Kölsch. / Pils. / Draußen sitzen. / Feierabend. / Straßengespräch. / Gespräch über Bindungen. / Gespräch über Gespräche. / Gespräch über Verhalten. / Verhalten. / & handeln. / Austausch von Erfahrung / und von Erleben. / Fragen bleiben offen / zusammen. / Wir ziehen weiter.

Durch die U-Bahn / Linie 17. / Unter die Erde. / Mitten im Licht. / Rolltreppen / und Beton. / Große Räume. / Wenige Menschen. / Nur eine Bahn. / Statt zwei / wie sonst. / Größer geplant. / Wenige fahren hier – (noch?). / Wir fahren nicht mit / gehen zu Fuß / über der Erde. / Bis zur Lücke / Gedächtnisverlust: ›Severinstraße‹ / sezieren die Welt / miteinander / gemeinsam als Zwei i-i / und jetzt Drei i-i-i / Autonome / Untersuchung / in sensiblen Schnitten / durch die Wirklichkeit / als wären wir – Naturwissenschaftler / … mit Abschluss / und / oder / Talent. / Sitzen noch einmal neben dem Brunnen / schießen letzte Bilder / dann Bahn / dann Stapelbar / Portrait unter Palmen.

Portrait unter Palmen © 2018 by Tine Hutzel

*** 1.-
Lange her, da hatte ich auch eine Kamera. / Lief durch Paris und andere Städte … London! / Machte ein paar Bilder. / Ein paar waren gut. / (Wirklich) / Andere nicht. / Dann kam das Handy. / Die Kamera ging kaputt. / Man dachte, man braucht nie wieder ein neues Gerät… / … / – dem ist aber nicht so. / Die Bilder wurden viele / zu viele / und unscharf / ohne Sortierung. Hauptsache Insta. Hauptsache SOFORT!

*** 2.-

Wir ließen  uns treiben . so einfach dahin . und machten . wie man es so macht . macht man es . falsch . auch . wenn mann das Neue probiert . nicht als Fehler . nur mutig . sich auch aus den Augen verliert . die Kontrolle geht mit . und gut ist dann . wenn keiner das trifft . oder wenn . dann aber gefällig.

*** 3.-

Es ist schwierig ein wirklich gutes Foto zu machen. Das passiert im Kopf und dann im Gerät. Dann durch die Nachwirkung. Auch heute noch braucht ein gutes Bild eine Phase der Entwicklung und die Dunkelkammer, als wäre das negativ nie weg gewesen. Positiv wird das Bild erst dann, wenn man es wirklich begreift und dazu macht. Und dann als eigene Welt in die Wirklichkeit schickt, als wäre es ein statisch bewegter Moment im Gestern und Heute und im ewigen Kreis. Einfach nur Farbe auf Leinwand. Leuchtend schön. Beruhigend dynamisch und einfach nur sichtbar, für jeden der schaut mit dem eigenen Körper, den wirklichen Augen und ihrer Optik als Feinsinn. Man sieht durch sie anders und durch das Gerät. Zwei Perspektiven. Erweiterte Welt. Beides real.

Anmerkungen

  1. Foto: Tine Hutzel