Gut zwei Jahre nach unserem ersten Mal bei Rock am Dom hatten wir letzten Freitag nun das zweite Mal das Vergnügen, die Veranstaltung im Domforum im Herzen von Köln eröffnen zu dürfen. Mit dabei waren dieses Mal Durch & Durch sowie Die Versenker, die eines ihrer letzten gemeinsamen Konzerte gespielt haben.

Auspacken und anfangen

Bei bestem Wetter zieht es die Menschen nach draußen. In die Parks und in die Stadt. So war ist auch am letzten Freitag. Es herrscht ein sehr reges Treiben auf der Domplatte, als ich mit der Band gegen halb fünf am Domforum ankomme. Wir sind dieses Mal wirklich früh dran und müssen entsprechend noch auf den Hausmeister warten, um unseren Parkplatz zu bekommen. Auf der Domplatte wird zu dieser Zeit noch sehr eifrig der Kölner Dom unter strahlend blauem Himmel fotografiert – mit Menschen davor (und darin) und ohne. Wahrscheinlich sind aber auch auf Bildern programmatisch “ohne Menschen” – wenn man nicht gerade nur die Domspitzen fotografiert – ungewollt Menschen drauf.

Zwischen all diesem Trubel nehmen wir wenig später unsere Sachen aus dem Wagen und bringen sie in den Glaskasten auf der Domplatte. Dann geht das Warten weiter. Wie beim Film besteht auch bei Konzerten im Vorfeld ein nicht zu geringer Teil der Zeit damit, abzuwarten was passiert und darauf zu warten, dass Dinge auf- oder abgebaut werden. Bis es dann soweit ist, die Bühne und Technik bereitet sind und das Schlagzeug steht, stellt man sich gegenseitig vor und quatscht mit den anderen Wartenden. Bei einer gemeinsamen Apfelschorle klärt man zwischendurch kurz mit dem Techniker, dass wir gar nicht so viel Technik brauchen. Das ist für beide Seiten erfreulich. Denn obwohl viel gewartet wird ist Zeit sehr kostbar und weniger meist mehr. Das ist das eigentlich Paradoxe.

Deine Vorstadt? Los geht’s!

Nach zwei erfolgreichen Soundchecks der beiden anderen Bands bauen wir dann als letzte unseren Kram auf. Das geht bei drei Amps und ein bisschen Schlagzeug wirklich zackig: Hinstellen, Strom finden, Mikros vor die Amps, ein paar Kabel um- und einstecken, Snare und Becken tauschen, Gaffatape an Bodentreter – es hat Zeiten gegeben, da war die Vorstadt komplizierter. Hier und heute zeigt sich: Wir wissen was wir machen und machen heute weniger, brauchen keine große Technik, spielen los und einfach weiter. Ja, es kann so einfach sein und das überrascht auch mich. Nach einem kurzen Wortwechsel spielen wir drei Lieder als Soundcheck und zum Warmspielen, dann ist Einlass und die ersten neuen und bekannten Gesichter kommen.

Musik ist für mich eher so ein Ding für die Dunkelheit. Heute ist es noch hell, aber trotzdem schön!

Pünktlich um 20 Uhr geht es dann los. Wir fangen laut an, werden etwas leiser und werden dann wieder laut. Alles ganz einfach – so scheint es, außer die Texte und die Musik. Das macht etwas hier und heute. Mit uns und den anderen. Es gibt nicht die große Party, aber da schauen Leute glücklich, fröhlich, abgelenkt und singen mit. Manche tanzen und andere hören einfach nur zu, denken nach und ihnen gefällt das, was passiert. Im Raum, mit ihrer Person und den anderen. Alle sind da – wegen der Musik und mit der Musik, miteinander und genau jetzt wird klar, dass etwas von heute bleibt.

Wie bei allen Konzerten, geht es dann viel zu schnell vorbei. Erst lange gewartet und dann gefühlt nur ein Lied gespielt. Dennoch liegt das natürlich auch daran, dass sich so viele Eindrücke sammeln und eine gemeinsame, intensiv zusammen verbrachte Zeit so viele Stimmungen und Emotionen befördert, dass man sie eine ganze Woche mit in die Welt trägt. Und dafür machen wir das.

Setlist des Abends

  1. Kommt ein Tag
  2. Schwarze Schafe
  3. Routine
  4. Geheimversteck
  5. Reisefieber
  6. Küche
  7. Keine Ahnung
  8. Graffiti
  9. Amerika

Deine Vorstadt – Immer wieder alte Lieder – Küche

Der schönste Ort bei jeder Party ist die Küche. Und wenn es mal wieder so richtig und viel zu gut ist, dann tanzt man in den Morgen und singt eins der alten Lieder. Bis die Polizei plötzlich vor der Tür steht und das Kassettendeck konfisziert. Doch selbst das bringt nichts. Wir Kassettenkinder wachen wieder auf, wissen nicht was los war, gehen kurz zum Kiosk und singen einfach weiter, weil das Gefühl immer noch da und immer noch gut ist.

***

Neue Lieder, alte Lieder – immer wieder, immer weiter

Noch ein kurzer Rück- und Ausblick: Aufgrund der eifrigen Arbeit an neuen Songs zu Beginn des Jahres, hätten wir die Proben für Freitag fast ganz vergessen! Vor zwei Wochen ereilte mich dann noch eine fiese Mandelentzündung und so hatten wir letztendlich nur zwei Termine, um uns vorzubereiten. Aber da die alten und neuen Lieder mittlerweile richtig solide sitzen merkten wir dann am Montag bei der letzten Probe schon: Das gut 40-minütige Set sitzt. Und damit begann dann eine gute Woche in Vorfreude auf Freitag!

Das waren die Hits, jetzt kommen die Superhits!

Wir sind zwar noch keine Band für die große Publikumsanimation und gerade bei den neuen Lieder noch etwas konzentriert und zurückhaltend, aber es zeichnet sich etwas ab. Gerade auch das was im Proberaum gerade entsteht, wird eine Weiterführung von intensiven Texten, melodischem Gesang und krachender Musik. Schnörkellos und ehrlich geht es um Freundschaft, Freiburg und Zettelbotschaften am Kühlschrank. Mal sehen, wann wir damit den nächsten Schritt machen – ich bin jedenfalls gespannt.

Es ist jetzt fast drei Tage her…

…doch die Erinnerung ist in diesem Falle klar: Vielen Dank für den schönen gemeinsamen Abend! Dank geht auch an Tommy Millhome, der uns wieder eingeladen hat sowie an Martin und Ulrich Paashaus (www.fotolinse-paashaus.de), die den Abend mit ihrer Kamera begleitet haben. Das war wirklich gut und mach Lust auf mehr!

Ich freue mich schon total auf das, was jetzt diesen Sommer mit der Band ansteht: Sommerkino vom 28. bis 31. Mai und Ende Juli. Campen in Hain am 22. Juli und vorher spielen wir am 29. Juni noch unser Sommerfest beim Pitter in der Südstadt.

Vielleicht sehen wir uns ja bei einem der nächsten Termine. Ich würde mich freuen, wenn Du dabei bist!

Dein Clemens

 

***

Bildnachweis

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Martin und Ulrich Paashaus von der Fotolinse Paashaus (www.fotolinse-paashaus.de) © 2018

HIER KÖNNTE IHRE WERBUNG STEHEN?
 NEIN, DA STEHT JA SCHON ANDREAS!

Wir sind zwei oder drei.
Manchmal vier.

Wir sind zusammen
 Ich und Wir
 und eins noch:

 WIR SIND DIE GUTEN

 

***

Wir haben gestern –
 im Eifer des Gefechts

  (ich wurde heute
für einen Soldaten
gehalten,
   das zweite Mal
seit 2006!)

   – gleich drei gute Fotos gemacht.

   Das ist überhaupt nicht redundant.
Das ist das Leben.

Es folgt: Gebrauchslyrik.

Heute ist noch nicht vorbei 
Morgen ist Feiertag
Freitag ist Konzert
Samstag ist Fußball
Sonntag ist…
…die Woche zu Ende!

 

***
Dieser Text ist ein Echo.

8. Mai 2018

Wir sind die Guten

Zwei tapfere Gestalten,
 manchmal auch drei oder vier
 nur Einer schafft es so
 zum ganzen Wir.

     Bald ist’s so weit!

          Noch zwei Stunden
          Zwei Stunden nur
           dann sitzen wir
           zusammen und reden
            und schauen uns an
            und sind alle ganz da
            und ganz wirklich.

        Im Hier. Jetzt!
        VOLLKOMMEN, analog.

     ***
     Wir sind die Guten

     Wir treffen uns
      um uns wieder zu treffen
      um uns wieder zu sehen
      um uns wieder davon zu erzählen
      um uns so zu genügen
      um uns daran zu erinnern
      um neue Wege zu gehen
      um wieder zu stehen
      um uns zu fühlen, zu lachen,
      um Hände zu halten – und zu tanzen!
       und zu springen! Bis der Puls heftig schlägt
       und das Blut eifrig fließt
           bis unter die Haut.

     Wir sind die Guten
        wir sind
        zwei junge Wilde
        inmitten der Herde
        die gesunde Komplikation
        des stärkeren Lebens
         ganze
         und doch so fragile
         durch alle Fehler hindurch
         reine Existenz.

Wir sind alles
 seit gestern
 schon heute
 für morgen!

Die erste Lesung ist jetzt fast zwei Wochen her, die Mandelentzündung hat sich erst einmal wieder gelegt und am Freitag steht schon das nächste Konzert an. In der Zwischenzeit habe ich tatsächlich die Genehmigung für meinen ersten wissenschaftlichen Beitrag zum Tagungsband für Kattowitz bekommen und konnte letzte Woche die finale Korrektur freigeben. Es geht also an allen Fronten voran.

Dennoch muss ich an dieser Stelle vor allem mal etwas zum Experiment schreiben. Die Lesung und der öffentliche Vortrag eines eigenen Textes war für mich ja in der Form völlig neu, aufregend und sehr motivierend. So versuche ich jetzt jede von Alltäglichkeiten freie Minute zu nutzen, um die Handlung weiter voranzutreiben, ihre Erzählung zu entwickeln und die Geschichte in Form zu bringen.

Im Freiluftbüro – die Rheinpromenade in Deutz

Das wirklich Schöne am Lesen, Schreiben und Denken ist ja, dass es ortsungebunden funktioniert (oder nicht).1 Normalerweise bin ich dennoch mit der Arbeit sehr fixiert auf meinen Arbeitsplatz, wenn ich wirklich etwas schaffen will. Da sich die letzten Tage aber durch ein derart gutes Wetter auszeichnen, dass selbst mir schwerfällt, kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich nicht wenigstens in den Abendstunden mal vor die Tür gehe, habe ich meinen Arbeitsplatz kürzlich erst verlassen. Schließlich ist die Sonne in den Abendstunden auch für Hauttyp null kein Gegenargument und keine Gefahr mehr.

Nachdem ich einige Fortschritte im Text machen konnte, bin ich am Sonntag also mit der aktuellen Druckfassung des Experiments (mittlerweile schon etwa 50 Seiten) von der Deutzer Freiheit aus an die Rheinpromenade. Dort habe ich dann ein bisschen gelesen und ein paar Korrekturen angebracht, ehe mir eines aufgefallen ist: Es ist ja durchaus zu beobachten, dass auch die Kölner Bauprojekte sich scheinbar nahtlos in die neue deutsche Gründlichkeit einreihen und zu detailversessenen Langzeitprojekten werden – erst bei der Fertigstellung und dann bei der Erhaltung (es geht um Perfektion! Der Dom hat ja auch gedauert…), aber ich muss an dieser Stelle, hier und heute, wirklich mal ein dickes Lob formulieren: Das hier, – ist wirklich toll!

Ich werde mal beim Finanzamt vorschlagen, dass ich diesen Arbeitsplatz vielleicht als Sommerbüro steuerlich geltend machen kann. Für Geisteswissenschaftler sind Ort und Stelle ja prädestiniert – frische Luft, freier Raum und man muss eines sagen: bei der gegenwärtigen Wohnraumsituation kann es nur allen Beteiligten sehr recht sein, wenn ich nicht noch auf die Idee komme, im Erfolgsfall eine größere Wohnung mit einem weiteren Zimmer zur Arbeit zu suchen. Und ich würde auch kein Recht auf einen bestimmten Platz einfordern. Irgendwo passt ein Mensch ja immer noch dazwischen und es wird sicher spannend, auch die Geschichten der Nachbarn zu hören. Ein paar Euro müssten doch auf Kulanz drin sein!

Nach der Lesung und zweite Schreibphase

Zurück zum Text: Nachdem ich den Anfang des Experiments im Januar Satz für Satz aktiv getwittert habe und nun feststellen musste, dass man2 so kein Buch schreibt (geschweige denn liest), musste ich feststellen, dass der Text sich in eine zweite Schreibphase verschiebt. Jetzt mögen manche sagen: Er hat kapituliert… Andere sagen: Das kommt nicht überraschend! Und das Langweilige ist: Alle haben wir recht. Aber mal eins nach dem anderen.

Es handelt sich manchmal auch um Einfälle in Kneipen, während der Bahnfahrt oder unter der Dusche. Wichtig ist, dass hin und wieder Menschen dabei sind.

Wenn man davon ausgehen will, dass ein Roman erst da ist, wenn er öffentlich ist oder veröffentlicht wird, dann möchte ich in diesem Feldversuch dafür plädieren, dass es so einfach nicht ist. Der Roman ist da, wenn der Autor seinen Einfall hat oder ihn noch nicht hat, aber anfängt zu erzählen und dann zu schreiben beginnt und ein Thema findet und es entwickelt. Damit ist der Ursprung ziemlich präzise benannt. Gleichwohl ist der Ort der Entstehung nicht immer zwangsläufig ein engerer Kontext von Literatur und zunächst meist nicht mehr als eine infinite Rohmasse.

Wieder ein Nachwort am Anfang

Wie schon bei der dem Text der Jungfrau, der derzeit aktiv ruht, habe ich in der letzten Woche begonnen, das Nachwort des Romans zu schreiben. Das lag zum einen daran, dass ich das Ende des ersten Kapitels noch nicht zu schreiben schaffe, zum anderen ist das Ende natürlich auch wichtig für die weitere Entwicklung des Romans. Während ich ja anfangs wirklich satzweise schreiben wollte, hat sich sehr schnell gezeigt, dass man den längeren Text immer nur als Gesamtes denken und schreiben kann. Es ist immer alles da oder (noch) nicht. Und es gibt Phasen in denen man schreiben kann und andere in denen es einfach nicht geht. Das klingt trivial, aber auch das muss manchmal gesagt werden und es ist wirklich so.

Gut, Papier ist heute überholt. Ich schreibe digital, aber ihr versteht schon…

Wenn die Phase kommt, in der Text entsteht (bei manchen kommt sie ja gar nicht, auch nicht nach ausgiebiger Übung!), dann muss man sie nutzen und die Worte zu Papier bringen. Man muss sich also voll und ganz der Handlung hingeben und sich in den Dienst der Sache stellen, wenn die Geschichte passiert. So ist zumindest mein aktueller Eindruck. Entsprechend habe ich nun für das Ende des Textes eine Wiederkehr des Protagonisten am Ort der Handlung des Romans eingebaut. Es wird so sein, dass sich seine Eindrücke bestätigen werden: die Dinge ändern sich und sein Platz wird zukünftig ein anderer geworden sein. Das bestätigt sich im Nachwort auf Ebene der Erzählung. Zudem wird so das geplant sehr offene Ende zum Schluss des zehnten Kapitels etwas relativiert und konkretisiert. Es bleibt dennoch vieles offen und ungesagt.

Bergidylle und ein weiterer Kneipenroman

Ich bin schon wirklich gespannt, wie sich die Geschichte in den nächsten Wochen und Monaten weiter entwickeln wird. Wie die Schreibphasen kommen und gehen. Und wer mich kennt, weiß, dass ich selten mit einem Projekt ruhig gestellt bin. An die Gleichzeitigkeit der Prozesse in verschiedenen Arbeitsstufen musste ich mich wirklich lange Zeit gewöhnen, jetzt hat sich aber eine gewisse Routine und auch Ruhe eingestellt. Und so kommt es, dass sich auf der Ebene des Schreibens längst drei parallele Erzählungen in mein Leben geschlichen haben. Neben dem Experiment, liegt da eben besagte Jungfrau, deren Setting klar ist, nur fehlten mir bislang Ruhe und Kraft, die Handlung mit der Liebe zu Ende zu erzählen, die die Substanz der ganzen Geschichte ist.

Und dann ist da noch das Projekt über eine Kneipe im Kiel der 1980er Jahre. Kollektiv mit einem Freund verfasst, fing das zunächst als gemeinsame Ablenkung und Schreibübung an, war aber ein wichtiger Impuls, um ins Schreiben zu kommen. Auch dieser Text ruht derzeit. Allerdings hatten wir neulich ein Meeting in meiner Küche und haben dort die Handlung an meiner Tafel skizziert (Titelbild), um dem bisherigen Schreibstrom etwas Struktur zu verleihen. Es ist eine andere Geschichte als Das Experiment und es sind andere Protagonisten am Werk. Und doch sind da auch enge Verbindungen und Parallelen. Und auch das Motiv der Idylle im harmonischen Miteinander ist zwar in der Jungfrau am stärksten, aber dennoch für beide anderen Erzählungen auch notwendig. Vielleicht gehören alle drei Geschichten irgendwie zusammen und erzählen die gleiche Musik nur noch einmal anders.

Wenn es mal wieder an der Zeit ist, werde ich dann wieder lesen und etwas zeigen, damit es auch wirklich da ist. Bis es aber soweit ist, werde ich hier schreiben und wenn wir uns treffen, sicher davon erzählen. Es ist also eine gute Zeit, um den Sommer gemeinsam zu verbringen!

 

Anmerkungen

  1. Gleichwohl ist das natürlich manchmal auch etwas hinderlich, wenn man sich mal wieder selbst damit im Weg steht, A und B nicht getrennt voneinander zu bestreiten.

  2. Also ich schreibe es jedenfalls so nicht.

Die Entwicklung der Seite steht nicht still. Als ich im August 2017 online gegangen bin, hab ich eine ganze Menge Ideen erst einmal hinten anstellen müssen. So nach und nach versuche ich neben dem Tagesgeschäft die bestehende Seite zu optimieren, die bestehenden Formate zu festigen und neue Bereiche und Funktionalitäten zu entwickeln. Im Hintergrund habe ich in den letzten Monaten u.a. ein Projektmanagement vorbereitet und ein Abrechnungssystem für Dienstleistungen eingerichtet. Zukünftig können Kunden dort ihre Rechnungen dann online einsehen und abrufen. Das sind langfristige Änderungen, die noch Zeit brauchen.

Neuer Webplayer

Ich habe schon seit einigen Jahren nach einer zufriedenstellenden Lösung gesucht, um einen Audioplayer dauerhaft auf meiner Website einzubinden. Leider war meist das Problem, dass die einzigen brauchbaren Ansätze alle mit iframes arbeiteten. Das war für mich aus verschiedenen Gründen aber nicht zufriedenstellend. Auch ein Pop-Up-Player war nicht das, was mir wirklich gut gefallen und meinen Wünschen entsprochen hätte.

Nun habe ich einen Player gefunden, der diese Lücke nach vielen Jahren schließt. Das kostenpflichtige Plugin lässt sich sehr leicht in WordPress integrieren und kann dann mit verschiedenen Playlists und Playern für den Einsatz auf der eigenen Seite vorbereitet werden. Außerdem gibt es von Hause aus ein paar verschiedene Skins, die sich via CSS individualisieren lassen. Eingebunden wird der Player wie üblich und ganz unkompliziert via Shortcodes.

Für mich war entscheidend, dass der Player beim Seitenwechsel und auch beim Verlassen der Seite die Einstellungen und den aktuellen Track und die Position im Stück in einer Session speichert. So kommt es zwar zu einer kurzen Unterbrechung, diese halte ich aber für sinnvoll, damit klar wird, dass es sich um einen digitalen Ortswechsel handelt. Die kurze Pause betont damit das Blättern. Ich finde diesen Fakt also auch aus kommunikationstheoretischer Perspektive eher interessant, als überflüssig oder störend. Besucher kommen ja in der Regel durch gezielte Arbeit mit Landing-Pages direkt auf die richtige Seite. Bei längeren Texten spielt es während des Lesens überhaupt keine Rolle.

Liebe Leute,

nach Donnerstag hat mich zwar eine ganz üble Mandelentzündung erst einmal völlig außer Gefecht gesetzt und es hat mir in der Tat physisch wie mental etwas die Stimme verschlagen, aber nach so einem Abend ist auch irgendwie für Tage genug gesagt und man schwebt ein bisschen wie verliebt (nur anders) durch die Welt. Es ist wirklich eines der schönsten Erlebnisse, wenn die Sprache es schafft, die Grenzen zu überwinden und einen Raum voller Herzlichkeit und Leidenschaft so ganz zu erfüllen, dass alle zusammen im Moment kurz woanders und einfach nur glücklich sind. Kurz gesagt: Es war toll mit Euch! Danke.1

Heute – bezeichnenderweise am Tag der Arbeit – kehrt meine Stimme langsam zurück. Ich versuche also mal ein paar Dinge des Abends in verschiedene Formen zu bringen, Glocken zu gießen und Sandkuchen zu backen – was man halt so macht, am freien Tag, von Feiertag zu Feiertag!

Ihr legt die Schienen / Ich bin die Bahn
Ich fange an, das zu sagen / was ich so
/ sonst nicht sagen kann

Das war das erste Mal in dieser Form: alleine mit meiner Gitarre, mit ein paar Liedern an den Tasten und das erste Mal mit Lyrik und Geschichten, Gedichten und ganz viel Lust am Erzählen. Ich war wirklich etwas aufgeregt vor dem Abend, aber dank Euch war es einfach nur wunderbar. Wenn man in solche Gesichter singen und erzählen kann, dann erübrigt sich die ganze Welt für ein paar Stunden und alles relativiert sich. Man ist zusammen im Glück und alles ist einfach nur da und ganz nah. Ohne ein so aufmerksames Publikum blieben solche Geschichten stumme Erzählung.

Mit Euch ist das anders und jedes Schweigen wird gebrochen: Ihr habt so aufmerksam zugehört, wie ich es mir gar nicht hätte vorstellen können und habt an Stellen gelacht, von denen ich gar nicht wusste, dass sie wirklich so witzig sind, wie ich sie denke, wenn ich sie schreibe und dabei den Ernst manchmal an der Raststätte vergesse und dann die nächste Ausfahrt nehme, um ihn wieder einzusammeln. Weil ganz ohne geht es ja nicht. Auch er trägt schließlich seinen Teil dazu bei, dass die Dinge so laufen…

Virginia, warum hast Du mich verlassen?

Der Abend beginnt mit Virginia. Also eigentlich ohne. Es geht ja darum, dass Virginia jetzt weg ist. Und ich stehe noch da, bin völlig überrascht und rufe ihr noch etwas hinterher. Ich weiß, dass es keinen Sinn mehr hat, aber ich kann auch nicht bleiben, ohne etwas zu sagen. Vielleicht ist das (bei allen anderen Anspielungen) die eigentliche Message des Songs: Lass mir wenigstens noch die letzten Worte, wenn Du schon gehst; gehen musst oder willst. Aber so selbstbestimmt ist das Leben ganz oft oder nur manchmal eben nicht.

Das erste Lied trage ich spielerisch ganz ohne Musik, also quasi blanko vor. Das ist alles ganz anders als mit Musik. Der Text steht für sich und trotzdem ganz gut da. Es bleibt natürlich nicht dabei.  Im Anschluss spiele ich Neues und Altes an der Gitarre und verweise darauf, dass es hier nicht um irgendeine kitschige Romantik geht, der man einen überhöhenden Idealismus als unerreichbaren Überbau an die Hand gibt, um alle, die Welt und sich selbst zu überfordern. Es geht eigentlich nur darum, miteinander zu sprechen, gute Gesellschaft zu suchen und zu erkennen, wenn sie denn da ist. Das ist in der Sache schon nicht immer so einfach, weil die Welt manchmal eben ein Graffiti ist und, wenn keiner was sagt, kommt man keinen Schritt weiter. Also auf geht’s – versuchen wir unser Glück. Wie auch immer es passiert, wichtig ist nur, dass es passiert und mit uns.

Aufbruch, Glück und Paris – auch das ist eigentlich ein fröhliches Lied!

In den Vorbereitungen waren es noch fünf Gedichte, die ich lesen wollte. Ich habe mich zum Kürzen erzogen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass auch dann alles noch immer sehr viel ist und gelegentlich zu Überforderung führt. Es ist ein Drahtseilakt, aber ich übe! Man will ja immer gleich zwei, drei Dinge gleichzeitig erzählen und das führt dann oft zu großer Verwirrung. Deshalb heute keine Kohle, kein Bergwerk, sondern einfach nur “Aufbruch” (aus Kattowitz im Herbst, das ich bald mal hier vollständig online verfügbar machen sollte, wäre es nur einfacher zu setzen!). Ich lese versucht etwas langsamer als zu schnell. Es ist aber immer noch schnell, aber das gehört auch dazu. Spannend, wie die Leute Sprache und Stimme, Klang und Bedeutung zusammen so ganz anders verstehen. Es wirkt auf einmal alles völlig autark und organisch. Und am Ende landen wir doch wieder gemeinsam in Polen!

Mein lyrisches Bilderbuch hat nur Worte, aber sie dringen durch und kommen hier und heute an. Sie sind nicht mehr die Vergangenheit, die sie erzählen oder bezeichnen, aber dieser neue Moment versprüht genau wieder die Lebensfreude, die sich trotz aller Hektik im Alltag während der Reise stillschweigend durchgesetzt hat. Ich habe neulich eine alte Aufnahme von unserer ersten Band gehört. Da war es ganz ähnlich, das Gefühl von früher war beim Hören einfach wieder da. Das kennt man von der Musik. Ich kannte es von meiner nicht und wusste nicht, dass auch meine Sprache oder Lyrik das so schaffen kann. Lyrik! Ich bin sehr froh damit, dass das alles hier und heute so passiert und alles ist wieder ganz da – nur anders und neu. Hach…

…es ist so schön zu sehen, wie stark die Sprache ist und wie sie diese Stimmung wiederherstellen kann. Klar – es ist eine Imitation des Vergangenen, eine Wiederholung im neuen Ereignis und Kattowitz ist heute das Café Duddel am Zülpicher Wall 8, also mitten in Köln am Bahnhof Süd. Und jeder hier hat sein eigenes Kattowitz. Jeder hat seine Bilder, die alle anders und auf ihre Weise zur Sprache passen. Und jeder kennt sie doch, die Momente, in denen man versucht, die Dinge ganz zu erfassen. Dinge, denen man keinen Begriff oder Namen geben kann, weil sie unbekannt, zu viel oder einfach nur fremd sind und bleiben. Aber es gelingt uns ja dann meist doch irgendwie und manchmal eben halt nur durch ein bisschen Spielerei und Witz. Und wirklich: Es wird so viel gelacht heute Abend – damit hätte ich gar nicht gerechnet. Ab jetzt wird der ganze Abend zum Kompliment – gegenseitig. (Das meine ich wiederum ernst!)

Nach der Pause: Lesung – das erste Mal!

Dann ist es soweit: Im Januar mit dem Roman “Das Experiment” angefangen, durch verschiedene Schreibphasen gegangen und heute den Anfang lesen. Klar, das ist alles noch ein offener Text. An manchen Stellen bin ich mir sicher, an anderen werde ich beim Lesen unsicher. Aber das gehört dazu, das ist nicht tragisch. Man kann ja Dinge auch korrigieren. Das sollte einen nicht daran hindern, sie zu tun. Ich habe das Vorlesen in privaten Kontexten zwar ein paar mal geprobt, bin heute aber doch erstaunt, dass das so klappt: Man hört mir zu – das ist ja nicht selbstverständlich! – und sogar über zwanzig Minuten lang. Ich komme vom Text zum Erzählen und dann ist alles auf einmal sehr gut. Weil alles wie von selbst funktioniert.

Der Protagonist steht vor der Tür, kommt nicht in seine Wohnung und nicht auf die Idee, dass es Schlüsseldienste gibt. Stattdessen denkt er nach und erzählt die Geschichte seiner Großmutter, bis plötzlich jemand hinter ihm steht. Soweit kommen wir heute Abend aber noch nicht. Wir schaffen es auch noch nicht in seine Stammkneipe, von der ich aber kurz erzähle. Ich erzähle auch kurz von seinem Freund Peter, der eine etwas seltsame Beziehung zu Telefonen hat und seinen Anrufbeantworter als Puffer zwischen sich und das andere Ende der Leitung geschaltet hat. Lustigerweise hab ich mit einem der hier und heute Anwesenden neulich erst genau über diese Situation gesprochen – wir beide verstehen den Freund des Protagonisten gut. Dieser teilt seine Neurose auch mit dem Opa des Protagonisten, der in der Geschichte heute noch nicht erscheint und auch im Text wohl nur eine wichtige Randfigur bleibt.

Es geht hier und heute im Wesentlichen um die Großmutter. Die heimliche Erfinderin des Battlerap wäre eigentlich Schriftstellerin geworden. Die Geschichte meinte es anders mit ihr. Sie wurde dennoch eine glückliche Frau und wusste darum. Währenddessen bemerkt der Protagonist nicht, wie er zum Erzähler der Geschichte seiner Großmutter wird. Das Gute – setzt sich irgendwann gegen alle Widerstände durch – irgendwann wird auch das erzählt, was sonst hinter verschlossenen Türen passiert. Und irgendwann kommt jemand, der sich der Wahrheit nicht verschließt, sondern die Botschaft versteht. Das ist die eigentliche, knappe Intention der Erzählung, die ich jetzt einfach nur weiterschreiben möchte, um sie wieder zu lesen und weiter zu erzählen.

Kanada, Sehnsucht und zum Ende erzählen

Das Ende des Abends zerfasert etwas. Das ist aber heute nicht weiter schlimm. Bis hier ist alles gut gelaufen. Ich bin dankbar, dass man mir so lange zugehört hat und spiele nach der Lesung noch drei Lieder. So viel Raum für die Kunst! Vom Gipfel zurück, fahren wir mit Kettcar Taxi und träumen gemeinsam von Kanada. Alles braucht seine Zeit und es ist gut, wenn man sie hat. Entwicklung geht halt nicht ohne Entwicklung. Das ist die Paradoxie mit der wir alle leben. Sehnsucht ist nicht ihre Erfüllung. Wenn ich mal wieder nach Kanada komme, merke ich wahrscheinlich endlich, wie schön es wäre, in zwei Welten zu leben, aber nur in einer ist man zusammen und ganz da. Und der Traum des ewig anderen ist wichtig und verständlich, aber vielleicht fahren wir einfach das nächste Mal zusammen hin, oder woanders hin und dann ist Kanada möglicherweise auch Wanne-Eickel, Kattowitz oder St. Petersburg. Hauptsache zusammen. Das ist was bleibt.

Dann ist offiziell Ende. Inoffiziell spiele ich noch ein paar Lieder mehr. Tokio, Geschichte, Schafe – bei Johansson quittiert meine Stimme endgültig den Dienst. Nach mehreren Aufforderungen (“Ich lasse mich sehr bitten!” – Anmerkung des Autors: Heute nur alkoholfreies Weizen, da autonomer Fahrer!) folgt trotzdem noch eine Piano-Version von “Logbuch”, die eigentlich noch unter Verschluss ist. Vielleicht zu Unrecht. Ich mache sie bald mal fertig. Für heute geht dann wirklich nichts mehr – aber das ist auch nicht nötig, weil das gerade alles war und das war sehr schön.

Danke.

Vorhang. 

Nachtrag: In dieser Nacht werde ich gut schlafen. Die Bakterien nutzen offensichtlich die körperliche Erschöpfung für einen Angriff aus. Wie hinterhältig, welch Heimtücke! Aber ich halte tapfer dagegen – bin ganz in der Rolle als Mann und verbrauche alle meine Vorräte an Paracetamol über das Wochenende, um am Montag endlich weitere Tabletten zu bekommen. Tapfer, tapfer – der gute Herr! Ein echter Held… – Was wäre2 die Welt nur ohne Schmerzmittel und Antibiotika!

 

***

Anlage 1: Nachtrag zum Glück

Das Lied “Glück” wurde neulich durch meinen Freund BM inhaltlich falsch verstanden. Es wurde behauptet, dass es ein sehr melancholisches und tief trauriges Lied sei. Dem möchte ich an dieser Stelle widersprechen. Es ist eigentlich ein sehr positives Lied. Es handelt davon, dass das Glück nicht einfach so passiert. Man muss auf die Gelegenheit zugehen und dann auch mal aus sich heraustreten, Eitelkeiten und Stolz überwinden und die Dinge anders machen, als man sie sonst macht. Man provoziert sich und sein Gegenüber so, dass etwas Neues entstehen kann. Manchmal gelingt das! Man investiert alles ins Jetzt und dann ist alles plötzlich sehr schön, wenn man bemerkt, wie in einem Moment das passiert, was man unter folgender Gleichung fassen kann: 1+1=13

Glück ist / wenn man davon weiß / dass man es gefunden hat / weil es gegangen ist / und dann wiederkommt

Was Sie sicher noch nicht wussten: Es ging mir eigentlich darum, eine Art gefälligen Schlager zu schreiben. Da ich zwar als Gelegenheitsfischer aktiv bin, aber meine Schwester die Helene in der Familie ist, wurde das Lied – trotz einer Anspielung auf Udo Jürgens – kein neues “Atemlos”. Auch das spricht vielleicht für ein glückliches Händchen, allerdings würde mein Finanzberater sich sicher darüber freuen, wenn mir nicht Luftschlösser wichtig wären, sondern echte.

 

Das Pedal

Hinweis: Während des Liedes “Glück” (das in der Piano-Version heute erst das zweite Mal öffentlich vorgetragen wird!) rutscht das Pedal meines Tasteninstrumentes über den Holzboden. Meine Füße schaffen es nicht, dem Geschehen einen Richtungswechsel zu geben. Ich versuche, mir das Missgeschick nicht anmerken zu lassen, spiele den Song weiter und verspiele mich dann an einer Stelle kurz, weil es ohne Pedal wirklich schwierig ist! Aber es bleibt fast unbemerkt – außer die mir wirklich Vertrauten erwarten jetzt ein “Scheiße!” und den spontanen Abbruch. Aber hier und heute nicht. Vielleicht gar nicht mehr. Es ist ja gerade gut – so wie es ist. Jeder Abbruch wäre falsch. Es ist nicht perfekt und gerade deshalb ja sehr schön. Nicht wegen mir. Nur wegen uns. 

Glück ist auch,…
…wenn man an alles denkt.

Dann wird es perfekt
denkt man
glaubt dran
man
Mann
Frau
.

Die Hoffnung stirbt bei Optimisten
nie, – bei allen anderen zuletzt.

Vollendung ist das Ziel
vollendet sich nicht selten
im gar-nicht-gelingen-will
also im Widerspruch
aber das ist ja reizend!

Schön, wie das so ist
wenn es gleich Torso ist
nicht erst später
und dann bleibt
und jemand schreibt
 Wie er hilflos staunt!
dem Griechenbild
die Arme zu
und “Zack!”, da entsteht das ideale Bild im Nu.

Bildhauerei ist eine schwerwiegende Kunst
Man müsste es mal bestimmen, das spezifische Gewicht
der perfekten Entstehung. Dann wäre man nah dran…

***

Zurück zur Musik: Ich klebe das Pedal
(und zur Sache) eigentlich fest
mit einem schwarzen
wahlweise grauen
oder jedem anderen
alternativfarbenen
Streifen

Textilklebeband

Im Volksmund: gerne als
“Gewebeband” bezeichnet.
In der Bühnenarbeit
und auf Festivals
spricht man meist
von “Gaffatape”
das hält alles
fest und
sicher
echt!

Die Kabel sind damit fixiert
stolpern heute keine Gefahr
Zumindest minimiert
Risiko auf ein
normales Maß
gebracht

Konzert fängt an
Die Finger zittern
Etwas ungewohnt
Nur nette Menschen
Schöne Gesichter
Freudige Stimmung
Klaviermusik
Also E-Piano mit
Fender Twin (Gitarrenverstärker)
Zwei Kabel vom digitalen Piano
In die analoge Röhre
Verstärkungsfaktor: 1

Ich singe los
Vom Glück und der Welt
Und wie schön es ist
Wenn man es provoziert
Und es passiert
Und Menschen einfach so da sind
Wie sie es jetzt sind
Und noch schöner
Wenn man genau das so weiß

Dann Solo – wichtigste Stelle
Das Pedal ist verrutscht
Gaffa vergessen
Die Beine wachsen nicht mit
Die Finger verpassen die Coolness
Und die Stelle ist so nicht mehr zu retten
Und gelingt irgendwie trotzdem
Message vermittelt

Gaffa ist nur eine gut gemeinte Bedingung
aber Gaffa kann auch nicht alles
und Gaffa macht nicht alles schöner
weil das so hier gerade
ist wie ein Gewebeband
nur schöner,
weil echt.

***

Hier folgt das Foto vom Pedal ohne Fixierung, als der Fuß es noch beherrschte!

Anlage 2: Die Anekdote vom Metahecht

Hinweis: Der folgende Abschnitt ist nichts für Tierfreunde, Vegetarier oder Veganer. Gerade in Zeiten von Wohlstand und Massentierhaltung ist natürlich die außermoralische Besprechung der tierischen Kost eine der härtesten Angelegenheiten. Dennoch bleibt das Fleisch gerade in schwierigen Zeiten ein wichtiger Energielieferant! 

Eines der eigentlichen Highlights des Abends passiert – wie so oft – erst nach dem Konzert und der Lesung. Wir stehen draußen und die ganze Meute ist in bester Stimmung. Alle erzählen miteinander, untereinander und bleiben ganz dicht zusammen. Normal versenden sich solche Geschichten und Anekdoten sofort oder überdauern höchstens im Stillepostprinzip. Nicht aber, wenn Einer dabei steht, der die Sache einfach mal aufschreibt. Exemplarisch für die Geschichten des Abends an dieser Stelle – die Anekdote vom Metahecht.

Einleitendes Interview – erzählt aus der Perspektive des Beobachters

Frage: Welcher Fisch beißt auf welchen Wurm?

Antwort: Nicht jeder Fisch beißt auf jeden Wurm. Nicht alle Fische beißen auf Würmer. Manche fressen aber auch Würmer. So einfach ist das Angeln eben nicht…

Frage: Gut, ich sehe – mein Vorurteil ist unangebracht. Aber klar, es gibt ja auch echte Profis beim Angeln. Woran erkennt man einen Profi-Angler?

Antwort: Das ist eine gute Frage. Grundsätzlich sind die Unterschiede aber wirklich nicht sooo groß. Klar, man kann am Gerät was verändern, die Spots unterschiedlich anfahren und man muss das Gewässer lesen können. Dann kommt es noch auf die Köderpräsentation an und man muss natürlich gerade beim Kunstköder die perfekte Imitation erschaffen, aber im Grunde…

Frage: …es braucht also Glück? Da spricht aber der Profi! Welche Fische schmecken besser?

Antwort: Also anders als bei den Tieren, die an Land leben, ist es bei Fischen genau umgekehrt: Die Räuber schmecken besser, als die Grasfresser. Also im Wasser die Friedfische verteidigen und ihre Räuber jagen, an Land mit den Räubern solidarisieren. Der Mensch muss schon ganz schön paradoxe Dinge in der Welt ertragen. Das können wirklich nur Profis!

Jetzt steht eine Schwedenreise an. Vier Männer, zwei Boote. Ich erwarte den Bericht meines Freundes SM in spätestens zwei oder drei Wochen. Weitere Fragen können dann gestellt und beantwortet werden. Nun noch zum Metahecht!

Metahecht – das lyrische Kondensat

Personen steigen ein
Mit Hüten und langen Ruten
Schnüre dran …
– und Haken

Der Haken an der Sache ist hier eine sehr präzise zu beschreibende Wirklichkeit. Wäre das mal immer so einfach in und mit der Welt.

Angeln ist ein vermeintlich simples Geschäft:
Haken ins Wasser
Biss oder nicht
Fisch oder Flaute
Tod oder Leben
Fischer sind Räuber

Manche Fische sind das auch! Da wird doch der Fisch im Fischer verrückt!!! 

Ein Boot verlässt das Ufer
Darauf zwei Personen
natürlich wie Menschen
mit stillem Talent
zur gekonnten
Präsentation
Kunstköder
Imitat
Endlich
Wieder
Und wieder
Auswurf
Platsch
Falle
Ins Wasser
Schnur
Einrollen
Langsam
Dabei: Zupfen
Leben
Imitieren

Komm zurück!
Komm schon mit

Der Angler träumt vom “Meter-Hecht”

Währenddessen unter Wasser:
Der Metahecht denkt noch darüber nach
ob er wirklich ein Fisch ist oder ein Fischer
zum Fressen nicht bereit – Hungerstreik!
Für die Kunst hat er heute nichts übrig
Ihm geht es schließlich
– um die Frage der Existenz!

Anlage 3: Kritik von Jacke zu Jacke

Aus einer Unterhaltung am nächsten Tag:

[09:00, 27.4.2018] A: Hast auch echt gut abgeliefert 👌🏻
[09:00, 27.4.2018] A: Feedback unter 4 Augen 👍
[09:00, 27.4.2018] B: Jou. Danke
[09:01, 27.4.2018] B: Jetzt hab ich Angst 😂
[09:01, 27.4.2018] B: Ne quatsch
[09:01, 27.4.2018] B: Gerne Montag dann
[09:10, 27.4.2018] A: Ne alles in allem super Ding. Denke nur dass du sowas auch gerne hättest oder?
[09:10, 27.4.2018] A: Kann das auch sein lassen 😂
[09:31, 27.4.2018] B: Alles gut. Wir besprechen uns!
[09:33, 27.4.2018] B: Meine Jacke riecht seit gestern etwas. Jetzt muss ich die waschen und hab nur noch eine, die ich gerade so zumachen kann. Es geht noch offen. Wenn wir uns aber später mit geschlossener Jacke begegnen sollten, würde ich an der Stelle auch ohne Kritik leben können
[09:33, 27.4.2018] B: 😂
[09:34, 27.4.2018] A: 😂😂😂😂😂
[09:34, 27.4.2018] A: Schreib das auf!

So sei es hiermit geschehen!

Anmerkungen

  1. Fotos: Tine Hutzel (Titelbild, 1, 2, 5, 6 u. 7) und Ben Bergmann (3 u. 4)

  2. Ich bin versucht zu schreiben “wird”, gönne mir aber naiven Optimismus und eine positive Perspektive – die Halsschmerzen sind fast weg!

  3. S.a. Schwarze Schafe!

Foto: Live im Ufo Bensbar am 07. März 2018

Foto: Live im Ufo Bensbar am 07. März 2018

Hallo Internet,

gestern habe ich die Probe im Studio mal mitgeschnitten und da dachte ich mir doch glatt, dass ich einen Track davon einfach in den Ring werfe. Morgen – also Mittwoch – gibt’s das alles (Kopf singt weiter: “…und noch viel mehr”) dann analog zu sehen und zu hören.

Weitere Infos in dialogischer Form
————————————————
TITEL:
KANADA kann überall –
und immer eine Reise wert

Er: “Wo?”
Ich: “Hier: Akustik-BAR live am 7. März im Ufo Jugendkulturhaus
Sie: “Wann?”
Ich: “So ab halb 8 ankommen, ab 8 Uhr sitzen, gucken und hören.”
Und beide so: “STARK! Da kommen wir doch glatt vorbei…-und Eintritt?”
Und Ich: “…frei!”
————————————————

Wir sehen uns morgen. Heute vorab Material von meiner neuen Studiodashcam (eingerichtet, damit ich mich notfalls vor Gericht verteidigen kann).

Schönen Nachmittag
Euer #clefu

Setlist (voraussichtlich):

  1. Ein gutes Jahr
  2. Virginia
  3. Bedingungslos
  4. Ich gehe nicht
  5. Glück
  6. Paris
  7. Es ist nicht vorbei
  8. Jeden ganzen Meter
  9. Kettcar, Im Taxi weinen
  10. Kanada
  11. Letztes Mal in Köln
  12. Eine Geschichte
Foto HNY

Da ist das neue Jahr / das gestern noch nur Zukunft war /
Ist jetzt schon alt / wie meine Schuhe / tragen mich noch gut /
Durch Buchforst / frühst um 6 / in Stille / dunkelblau / 
 zwischen kaltem Feuerwerk vermisse ich die Vögel
Kein Kiosk, kein Bäcker – keine Hundebesitzer
Ausgestorben ist der Weg / über die Brücke /
 nur unten fahren Autos im offensichtlich ewigen Fluss
  in alle Richtung / nur entgegengesetzt 
  gehe gegen die Einbahnstraße / ins Scheinwerferlicht / 
  Kapuze / Blick gesenkt / in Gedanken / Musik / 

Die Nacht ist längst schon Morgen / doch es ist
  als wolle sich die neue Zeit / Erfahrung aus der alten borgen

Für ein paar Stunden / nur / steh’ oben / auf dem Berg /
Seh’ Licht und Schatten / ein paar Häuser / keins im Innenhof / Stille (auch hier) / 
 dringt durch die Fenster / höre das Atmen /
wie der Bauch sich bewegt / 

 das laute Schweigen / wie es aus der Zeit sich erhebt / und alles ist gut / 
 wie man lebt und man liebt / und liebt wie man’s tut / im Guten / im Schlechten / 
 Positiv nie in Gefahr / weil Negativ der Ansporn bleibt / das Bild zu entwickeln

     Nicht nur Sand fließt 
       stur nach unten     

Doch ich hüpfe oben / wie ein kleines Kind / nicht trotzig / selbst / bestimmt / Ich / schreie lauthals / lachenderweise /
 und dann: schlafen wir uns gemeinsam an / ganz in Ruhe / sind endlich voll da / zweitausend die Zeit / achtzehn das Jahr 

Und wieder / und kommt / und geht – / und gefühlt / – nur ein Morgen / das Land / wie die Leute / das Ich / und das Selbst / das Du mit mir ist / persönlich es schafft / sich etwas von gestern für heute zu borgen / und es macht / wie das Kind / wenn es oben auf spielt / und die Zeit / und der Sand / nur in alle / und eine Richtung / verrinnt / – / und das ist / dann / – willkommen / – / – im Jetzt. //

Foto Freunde

Foto FreundeSuppe gekocht ✅
Krautsalat gemacht ✅
Kartoffelpürree angesetzt ✅
Brathähnchen eingerieben ✅
Arbeiten
 noch etwas
Fitnesstudio
 dann
Kiosk
 vielleicht
Belohnungsbier (?)
 vielleicht!
Ofen
 an
Dusche
Warten auf S.***

 Und dann:
 ist auf einmal
 wieder alles gut.

  [ Notiz ]
    Blutdruck 
    120 / 70 
    gefühlt
     nicht
      gemessen.
  [ Ende ]

Denken an 
        L.

___


Geteilt mit der Öffentlichkeit:
    Weihnachtsessen verpasst.
    Leider. Trauer mächtig.
    Bier –
    verzapft!
    Terrasse
    Hopfenpool
    Heute:
    kleine Version.
    Alles kleiner.
    Außer die Freundschaft.
    Die ist groß.

Foto Weihnachtsgruß

Foto Weihnachtsgruß

Passend zu Weihnachten habe ich eine kleine Überraschung vorbereitet. Ab heute könnt ihr ein Video zu “Jeden ganzen Meter” bei Youtube anschauen. Die Bilder habe ich vor ziemlich genau einem Jahr aufgezeichnet. Dann geschnitten als ich mal eine Woche krank im Bett lag. Ich hatte das Material fast vergessen, aber mich vor ein paar Tagen glücklicherweise daran erinnert. Hab es kurzerhand fertig gemacht und hochgeladen. Es ist zugegebenermaßen etwas anstrengend und edgy wie die Kunst halt manchmal so ist. Aber haltet durch und schaut euch danach mal wieder in die Augen. Genießt die gemeinsame Zeit!

Eine schöne Zeit und besinnliche Tage
Clemens

P.S.: Und weil ja Weihnachten ist, gibt es auch noch ein kleines Gedicht.

 

Die Kunst ist nur so anstrengend wie unsere Zeit

Du bist immer noch sehr schön / in meinen Augen / ich mag in Deinen Augen / das Alter gerne sehen / wenn wir stillstehen / und uns ansehen

Wir sind alle Getriebene in der Welt unserer Gegenwart. Laufen hektisch, irren herum und wissen gar nicht so genau, wo wir hinlaufen und was unser Ziel ist. Aber wir laufen immer weiter und trampeln Pfade aus, an denen manchmal Menschen stehen und warten.

Jeden ganzen Meter (Video)

Jeden ganzen Meter ist im Video so anstrengend und überfordernd wie unsere Zeit. Aber es ist unsere freie Entscheidung, einfach mal wieder stehen zu bleiben, den Kopf zu heben und den Blick nach rechts oder links zu wenden, um einmal jemandem wieder richtig in die Augen zu sehen, gemeinsam zu sprechen, zu lachen und zu schweigen und zu erfahren, wie das “Alter seinen Schlitten durch unsere Gesichter zieht” (Clickclickdecker).

Wer stehen bleibt, sollte nicht erschrecken, wenn er den Menschen sieht. Der ist so, wie er am Wegesrand auftaucht: anstrengend, eckig und mit vielen Kanten, an denen man sich manchmal stößt. Und er ist mit seiner ganzen Liebe und Leidenschaft genau jede Erfahrung gemeinsam zu erleben wert.

 

Morgen, Kinder – auch die Alten

Zu Weihnachten, da gibt’s Geschenke
und auch manche Schnapsgetränke
nicht für Kinder, ganz gewiss
die trinken nur die Reste
weg vom Tisch

So schlafen alle munter ein
kommt einer leise wach herein
durch den Schornstein
mit viel Wunder
ein Sack dabei, ganz voll
– alles, nur kein Plunder

Unter’m Christbaum sammeln sich
nachts für alle Schlafenden
die wach geworden, nicht vergessen!
die Reste noch vom Abend essen

Und plötzlich steht ein jeder da
als wär der Heiland doch noch wahr
denn da liegen Kisten mit viel Liebe
eingepackt für’s Herzgetriebe
– auch die Alten fühlen das
den ewig jungen Kinderspaß

So startet dann der Tag noch jung
mit Familienfreudenwunderung.