Einträge von Clemens Fuhrbach

Kattowitz 2017

Bericht zur Tagung „‚POETUS LITERARUS‘. Heinrich Böll zum 100. Geburtstag“ am 19. und 20. Oktober – organisiert durch die Germanistik der Schlesischen Universität Katowice, unterstützt u.a. durch die Heinrich-Böll-Stiftung, den Köln-Kattowitz-Verein und die Stadt Kattowitz – in der Schlesischen Bibliothek Kattowitz.

Kattowitz.Tanz.-Ehrenfeld_2x

An einem Sonntag wie heute geht nicht viel. Tagebuch schreiben geht aber mal wieder. Weil schreiben immer eine ganz gute Option ist, „finde ich.“¹ Habe das jetzt auch ganz klar erkannt – für mich – musste dafür aber einmal in den Berg. Unter Tage und wieder zurück mit einem Rucksack voll Liebe und einer Lore voll Lettern. Die Druckerschwärze im Gesicht, weiß ich nicht, wohin damit, aber wir stehen im Kreis und halten die Hände; und schweigen uns an. Ganz kurz und sehr laut, weil dann können wir nicht mehr und das ist auch gut so.

Keine Stunde später

Ich bekomme einen Anruf. / “Keine Stunde später”, / heißt es aus der unsichtbaren Leitung. / Ich denke an Führung / des Wortes wegen / allein erkenne sie nicht. / Finde Hysterie. / Empfinde Ekel. / Übe Selbstkritik vor der Entgleisung und stelle mir vor, / ich könnte den Drahtseilakt: – / – ohne Sicherheit […]

Zwischen den Zeiten: Schuhe vom Konzert vor Aquarium

Es ging heute im 2. Teil des Tages theoretisch um „Öffentlichkeit“, nachdem ich sie im 1. Teil des Tages praktisch im Feldversuch erprobt hatte.   Die heutige Hannah-Arendt-Sekundärlektüre im theoretischen Teil hat mich zwar weniger geschafft, als der Einkauf beim Herrenausstatter, aber ich kann noch immer nicht schlafen und bin bei der Durchsicht durch alte […]

Schweigender Philosoph an einer Ampel

1) Man sprach davon, er hätte schweigen sollen, um Philosoph zu bleiben.  2) Andere sagten (als Opa), es sei keiner dümmer, als sein Geschwätz.  3) In dem Text von heute stand, dass man, ohne zu sprechen, gar nicht ‚ist‘ – danach bin ich auf dem Flur in ein Gespräch verwickelt worden und musste feststellen: auch […]

Vortragsankündigung: Der private ›Böll‹ als Autor der Öffentlichkeit

„Obwohl als einzelner schreibend, ausgestattet nur mit einem Stoß Papier, einem Kasten gespitzter Bleistifte, einer Schreibmaschine, habe ich mich nie als einzelnen empfunden, sondern als Gebundenen. […]“ – Der Vortrag überträgt das Konzept der ›Fortschreibung‹ aus der Autorschaft Heinrich Bölls auf die Disziplin der Literaturwissenschaft. Aus vergangener „Zeitgenossenschaft“ wird so eine veränderte Form der ›Zeitgenossenschaft‹, die auf Grundlage einer historischen, eine neue Wirklichkeit schafft…

Bei Jagdgewitter

Bei Jagdgewitter // Ist der Himmel noch so düster / bleibt bei mir die Laune froh / denn wer laufen kann wie ich / den kriegt der Jäger sowieso / -nur mit der Flinte / -oder nich‘ / *** / – …und wenn er kommt? / — Der braune Mann? / – Dann lauf auch du! / — So schnell ich kann?

Meine Stimme wählt, jede Stimme zählt

Lieber Martin, ich bin seit längerer Zeit Mitglied der SPD, überzeugter Demokrat, Europäer und verstehe mich irgendwie auch als Weltbürger. Seit dem Parteitag in Dortmund auch noch mehr Sozialdemokrat als vorher. Die SPD befindet sich auf einem guten Weg. Aber gewonnen ist damit noch nichts: Wir stehen an einem Neuanfang. Wir als Partei müssen uns neu erfinden, weil wir es als nationale wie globale Gesellschaft müssen. – Wir müssen ›uns‹ wieder finden…

Brotgedicht

Oder: / Keine toten Enten / mehr… / d.i. Keine moralische Erinnerung, / nur und doch / zum freien Grillen / im Schrebergarten verfasst. / / Als ich klein war, sammelten wir das alte / Brot in einem Beutel / – – – bis der voll war, dann gingen wir zum Teich / und fütterten die Enten. / (hier bitte geräuschlose / Abbildung von Enten vorstellen) / / Heute esse ich

Ein Anfang

10. März 2017 / 12:32 Uhr / Köln / Ein Anfang / Große Dinge passieren nicht zwei Mal / Und vielleicht – doch – ja – noch ein Mal / —– / Ich verstehe nicht alles / höre manchmal nicht zu / wenn und weil ich zu inbrünstig spreche / und doch möchte ich hören / was dich kümmert, beschäftigt