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Gut zwei Jahre nach unserem ersten Mal bei Rock am Dom hatten wir letzten Freitag nun das zweite Mal das Vergnügen, die Veranstaltung im Domforum im Herzen von Köln eröffnen zu dürfen. Mit dabei waren dieses Mal Durch & Durch sowie Die Versenker, die eines ihrer letzten gemeinsamen Konzerte gespielt haben.

Auspacken und anfangen

Bei bestem Wetter zieht es die Menschen nach draußen. In die Parks und in die Stadt. So war ist auch am letzten Freitag. Es herrscht ein sehr reges Treiben auf der Domplatte, als ich mit der Band gegen halb fünf am Domforum ankomme. Wir sind dieses Mal wirklich früh dran und müssen entsprechend noch auf den Hausmeister warten, um unseren Parkplatz zu bekommen. Auf der Domplatte wird zu dieser Zeit noch sehr eifrig der Kölner Dom unter strahlend blauem Himmel fotografiert – mit Menschen davor (und darin) und ohne. Wahrscheinlich sind aber auch auf Bildern programmatisch „ohne Menschen“ – wenn man nicht gerade nur die Domspitzen fotografiert – ungewollt Menschen drauf.

Zwischen all diesem Trubel nehmen wir wenig später unsere Sachen aus dem Wagen und bringen sie in den Glaskasten auf der Domplatte. Dann geht das Warten weiter. Wie beim Film besteht auch bei Konzerten im Vorfeld ein nicht zu geringer Teil der Zeit damit, abzuwarten was passiert und darauf zu warten, dass Dinge auf- oder abgebaut werden. Bis es dann soweit ist, die Bühne und Technik bereitet sind und das Schlagzeug steht, stellt man sich gegenseitig vor und quatscht mit den anderen Wartenden. Bei einer gemeinsamen Apfelschorle klärt man zwischendurch kurz mit dem Techniker, dass wir gar nicht so viel Technik brauchen. Das ist für beide Seiten erfreulich. Denn obwohl viel gewartet wird ist Zeit sehr kostbar und weniger meist mehr. Das ist das eigentlich Paradoxe.

Deine Vorstadt? Los geht’s!

Nach zwei erfolgreichen Soundchecks der beiden anderen Bands bauen wir dann als letzte unseren Kram auf. Das geht bei drei Amps und ein bisschen Schlagzeug wirklich zackig: Hinstellen, Strom finden, Mikros vor die Amps, ein paar Kabel um- und einstecken, Snare und Becken tauschen, Gaffatape an Bodentreter – es hat Zeiten gegeben, da war die Vorstadt komplizierter. Hier und heute zeigt sich: Wir wissen was wir machen und machen heute weniger, brauchen keine große Technik, spielen los und einfach weiter. Ja, es kann so einfach sein und das überrascht auch mich. Nach einem kurzen Wortwechsel spielen wir drei Lieder als Soundcheck und zum Warmspielen, dann ist Einlass und die ersten neuen und bekannten Gesichter kommen.

Musik ist für mich eher so ein Ding für die Dunkelheit. Heute ist es noch hell, aber trotzdem schön!

Pünktlich um 20 Uhr geht es dann los. Wir fangen laut an, werden etwas leiser und werden dann wieder laut. Alles ganz einfach – so scheint es, außer die Texte und die Musik. Das macht etwas hier und heute. Mit uns und den anderen. Es gibt nicht die große Party, aber da schauen Leute glücklich, fröhlich, abgelenkt und singen mit. Manche tanzen und andere hören einfach nur zu, denken nach und ihnen gefällt das, was passiert. Im Raum, mit ihrer Person und den anderen. Alle sind da – wegen der Musik und mit der Musik, miteinander und genau jetzt wird klar, dass etwas von heute bleibt.

Wie bei allen Konzerten, geht es dann viel zu schnell vorbei. Erst lange gewartet und dann gefühlt nur ein Lied gespielt. Dennoch liegt das natürlich auch daran, dass sich so viele Eindrücke sammeln und eine gemeinsame, intensiv zusammen verbrachte Zeit so viele Stimmungen und Emotionen befördert, dass man sie eine ganze Woche mit in die Welt trägt. Und dafür machen wir das.

Setlist des Abends

  1. Kommt ein Tag
  2. Schwarze Schafe
  3. Routine
  4. Geheimversteck
  5. Reisefieber
  6. Küche
  7. Keine Ahnung
  8. Graffiti
  9. Amerika

Deine Vorstadt – Immer wieder alte Lieder – Küche

Der schönste Ort bei jeder Party ist die Küche. Und wenn es mal wieder so richtig und viel zu gut ist, dann tanzt man in den Morgen und singt eins der alten Lieder. Bis die Polizei plötzlich vor der Tür steht und das Kassettendeck konfisziert. Doch selbst das bringt nichts. Wir Kassettenkinder wachen wieder auf, wissen nicht was los war, gehen kurz zum Kiosk und singen einfach weiter, weil das Gefühl immer noch da und immer noch gut ist.

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Neue Lieder, alte Lieder – immer wieder, immer weiter

Noch ein kurzer Rück- und Ausblick: Aufgrund der eifrigen Arbeit an neuen Songs zu Beginn des Jahres, hätten wir die Proben für Freitag fast ganz vergessen! Vor zwei Wochen ereilte mich dann noch eine fiese Mandelentzündung und so hatten wir letztendlich nur zwei Termine, um uns vorzubereiten. Aber da die alten und neuen Lieder mittlerweile richtig solide sitzen merkten wir dann am Montag bei der letzten Probe schon: Das gut 40-minütige Set sitzt. Und damit begann dann eine gute Woche in Vorfreude auf Freitag!

Das waren die Hits, jetzt kommen die Superhits!

Wir sind zwar noch keine Band für die große Publikumsanimation und gerade bei den neuen Lieder noch etwas konzentriert und zurückhaltend, aber es zeichnet sich etwas ab. Gerade auch das was im Proberaum gerade entsteht, wird eine Weiterführung von intensiven Texten, melodischem Gesang und krachender Musik. Schnörkellos und ehrlich geht es um Freundschaft, Freiburg und Zettelbotschaften am Kühlschrank. Mal sehen, wann wir damit den nächsten Schritt machen – ich bin jedenfalls gespannt.

Es ist jetzt fast drei Tage her…

…doch die Erinnerung ist in diesem Falle klar: Vielen Dank für den schönen gemeinsamen Abend! Dank geht auch an Tommy Millhome, der uns wieder eingeladen hat sowie an Martin und Ulrich Paashaus (www.fotolinse-paashaus.de), die den Abend mit ihrer Kamera begleitet haben. Das war wirklich gut und mach Lust auf mehr!

Ich freue mich schon total auf das, was jetzt diesen Sommer mit der Band ansteht: Sommerkino vom 28. bis 31. Mai und Ende Juli. Campen in Hain am 22. Juli und vorher spielen wir am 29. Juni noch unser Sommerfest beim Pitter in der Südstadt.

Vielleicht sehen wir uns ja bei einem der nächsten Termine. Ich würde mich freuen, wenn Du dabei bist!

Dein Clemens

 

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Bildnachweis

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Martin und Ulrich Paashaus von der Fotolinse Paashaus (www.fotolinse-paashaus.de) © 2018

Foto: Live im Ufo Bensbar am 07. März 2018

Foto: Live im Ufo Bensbar am 07. März 2018

Hallo Internet,

gestern habe ich die Probe im Studio mal mitgeschnitten und da dachte ich mir doch glatt, dass ich einen Track davon einfach in den Ring werfe. Morgen – also Mittwoch – gibt’s das alles (Kopf singt weiter: „…und noch viel mehr“) dann analog zu sehen und zu hören.

Weitere Infos in dialogischer Form
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TITEL:
KANADA kann überall –
und immer eine Reise wert

Er: „Wo?“
Ich: „Hier: Akustik-BAR live am 7. März im Ufo Jugendkulturhaus
Sie: „Wann?“
Ich: „So ab halb 8 ankommen, ab 8 Uhr sitzen, gucken und hören.“
Und beide so: „STARK! Da kommen wir doch glatt vorbei…-und Eintritt?“
Und Ich: „…frei!“
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Wir sehen uns morgen. Heute vorab Material von meiner neuen Studiodashcam (eingerichtet, damit ich mich notfalls vor Gericht verteidigen kann).

Schönen Nachmittag
Euer #clefu

Setlist (voraussichtlich):

  1. Ein gutes Jahr
  2. Virginia
  3. Bedingungslos
  4. Ich gehe nicht
  5. Glück
  6. Paris
  7. Es ist nicht vorbei
  8. Jeden ganzen Meter
  9. Kettcar, Im Taxi weinen
  10. Kanada
  11. Letztes Mal in Köln
  12. Eine Geschichte
Foto Weihnachtsgruß

Foto Weihnachtsgruß

Passend zu Weihnachten habe ich eine kleine Überraschung vorbereitet. Ab heute könnt ihr ein Video zu „Jeden ganzen Meter“ bei Youtube anschauen. Die Bilder habe ich vor ziemlich genau einem Jahr aufgezeichnet. Dann geschnitten als ich mal eine Woche krank im Bett lag. Ich hatte das Material fast vergessen, aber mich vor ein paar Tagen glücklicherweise daran erinnert. Hab es kurzerhand fertig gemacht und hochgeladen. Es ist zugegebenermaßen etwas anstrengend und edgy wie die Kunst halt manchmal so ist. Aber haltet durch und schaut euch danach mal wieder in die Augen. Genießt die gemeinsame Zeit!

Eine schöne Zeit und besinnliche Tage
Clemens

P.S.: Und weil ja Weihnachten ist, gibt es auch noch ein kleines Gedicht.

 

Die Kunst ist nur so anstrengend wie unsere Zeit

Du bist immer noch sehr schön / in meinen Augen / ich mag in Deinen Augen / das Alter gerne sehen / wenn wir stillstehen / und uns ansehen

Wir sind alle Getriebene in der Welt unserer Gegenwart. Laufen hektisch, irren herum und wissen gar nicht so genau, wo wir hinlaufen und was unser Ziel ist. Aber wir laufen immer weiter und trampeln Pfade aus, an denen manchmal Menschen stehen und warten.

Jeden ganzen Meter (Video)

Jeden ganzen Meter ist im Video so anstrengend und überfordernd wie unsere Zeit. Aber es ist unsere freie Entscheidung, einfach mal wieder stehen zu bleiben, den Kopf zu heben und den Blick nach rechts oder links zu wenden, um einmal jemandem wieder richtig in die Augen zu sehen, gemeinsam zu sprechen, zu lachen und zu schweigen und zu erfahren, wie das „Alter seinen Schlitten durch unsere Gesichter zieht“ (Clickclickdecker).

Wer stehen bleibt, sollte nicht erschrecken, wenn er den Menschen sieht. Der ist so, wie er am Wegesrand auftaucht: anstrengend, eckig und mit vielen Kanten, an denen man sich manchmal stößt. Und er ist mit seiner ganzen Liebe und Leidenschaft genau jede Erfahrung gemeinsam zu erleben wert.

 

Morgen, Kinder – auch die Alten

Zu Weihnachten, da gibt’s Geschenke
und auch manche Schnapsgetränke
nicht für Kinder, ganz gewiss
die trinken nur die Reste
weg vom Tisch

So schlafen alle munter ein
kommt einer leise wach herein
durch den Schornstein
mit viel Wunder
ein Sack dabei, ganz voll
– alles, nur kein Plunder

Unter’m Christbaum sammeln sich
nachts für alle Schlafenden
die wach geworden, nicht vergessen!
die Reste noch vom Abend essen

Und plötzlich steht ein jeder da
als wär der Heiland doch noch wahr
denn da liegen Kisten mit viel Liebe
eingepackt für’s Herzgetriebe
– auch die Alten fühlen das
den ewig jungen Kinderspaß

So startet dann der Tag noch jung
mit Familienfreudenwunderung.

 

Als ich am Samstag aufwache, sind einige Wochen des Wartens ganz plötzlich vorbei und ich denke: Es geht wieder los – und nach einiger Zeit stelle ich fest: Endlich! Ich bin vor einigen Jahren noch häufiger mal auf Geburtstagen, mal auf Betriebsfeier aufgetreten. Dann folgte eine intensive Zeit im Studio und vor allem im Studium und ich hatte das Live-Erlebnis etwas aus den Augen verloren. Wir spielten zwar unsere Auftritte mit Deine Vorstadt, aber auch die waren immer zu schnell wieder vorbei. Der Alltag wirft einen doch schnell wieder zurück in die Routine. „Jetzt ist das vorbei“, dachte ich am Samstag und wusste, dass „jetzt“ zwar manchmal ein ausgesprochen dehnbarer Begriff ist, aber nicht heute.

Endlich wieder mit dem Koffer aus dem Haus

Gegen neun Uhr komme ich in Ehrenfeld an und werde bereits von meinem Freund und Kollegen MF-Production begrüßt. 2015 haben wir gemeinsam das Lied „Schwarze Schafe (Schlaflos in Widdersdorf)“ aufgenommen und waren damit u.a. bei KölnTV zu Gast. Heute spielen wir das Lied gemeinsam in einer Akustik-Version auf der Hochzeit seiner (d.i. MF) Ex-Freundin – eine für den Außenstehenden seltsam anmutenden Konstellation, aber es ist mit dem Bräutigam als Überraschung abgesprochen und mir ganz Recht so, um weder Konflikte noch Peinlichkeiten zu provozieren. Ab 21:15 Uhr ist also klar, dass es wirklich ein gelungener Abend werden könnte.

Verabredet ohne Probe stellen wir gg. 21:45 Uhr fest, dass wir vielleicht doch noch eine kurze, schnelle Durchlaufprobe im Hinterhof einschieben sollten. Eigentlich ist alles klar, aber „eigentlich“ ist ein noch dehnbarer Begriff als „jetzt“ an manchen Tagen. Wir spielen hinter der Küche im Streulicht und Flüsterton, gucken uns kurz an und sind uns einig, dass es eine gute Nummer werden könnte. Dann geht es auch gleich los.

„Wir reden nicht, sondern spielen einfach los!“

Im letzten Slot vor dem Hochzeitstanz beenden wir das Programm der Vorträge, Reden und Videobeiträge und treten ins Licht der Bühne. Nach – ich glaube Michael Jackson – dreht der DJ die Musik runter. Ich fange also einfach an, spiele die ersten vier Akkorde, die die nächsten vier Minuten auch mehr oder weniger die letzten sind und warte, bis sich das Publikum auf uns gerichtet hat. Es wird ruhig, deutlich ruhiger als noch vor fünf oder zehn Minuten und irgendwie überrascht mich die Stille und ich finde es fast schade, da dann sogleich wieder mit brechen zu müssen.

Dann geht es los:  „Unter der Porta Nigra…“

„Unter der Porta Nigra…“ setze ich an und merke, dass meine Stimme heute wirklich ganz gut klappt. Das ist manchmal nicht nur Tagesform, sondern gerade die Stimme ist auch immer ein Indikator für das persönliche Befinden. Scheinbar, denke ich, geht es mir heute wirklich ganz gut und scheinbar habe ich wirklich großen Spaß gerade. Ich hole kurz und tief Luft mit den Augen, da ich ja im Moment weitersingen muss und genieße fortan den Abend und die Aufmerksamkeit. Wir spielen unseren Song akustisch und unverstärkt, haben den ganzen Saal aber trotzdem für uns und mit uns. Es passt heute alles. Song, Publikum – Stimmung!

Ein Lied und keins mehr – noch nicht

Auch dieser Auftritt ist viel zu schnell vorbei. Es gibt einige „Zugabe“-Rufe, aber wir haben nur ein gemeinsames Lied und können den Wünschen an diesem Tag leider nicht entsprechen. Vielleicht werden wir für das nächste Mal und spätestens für die Silberhochzeit einen zweiten gemeinsamen Track produzieren (Verhandlungen laufen bereits!). Hier und heute gehen wir noch „eiskalt“ von der Bühne und genießen den Moment gemeinsam mit allen. An der frischen Luft stehend, begleiten wir dann mit dem Blick durch den Eingang des Saals den Hochzeitstanz, leiten die ganze positive Energie in das Gespräch über und sind noch immer aufgedreht aber glücklich.

Foto Clemens Fuhrbach - Kettcar, Im Taxi weinen (akustisch)

Hallo zusammen.

Ich hatte letztes Wochenende Besuch aus Leipzig. Danach habe ich völlig übernächtigt die Handy-Kamera mitlaufen lassen und mit zittriger Hand Kettcar, Im Taxi weinen (akustisch) aufgenommen. Fast ohne Stimme und mit Kater singe ich den Song, der genau davon erzählt, dass eine Zeit manchmal zu schnell zu Ende geht und sich doch zu jeder Zeit wieder so anfühlt, als wäre man immer noch 20, frei und unbefangen und voller Träume – nur halt zehn Jahre später und um einige Erfahrungen reicher – und jede Zeit für sich ist ja irgendwie gut.

Was mit dem Abitur irgendwann anfing und von Kettcar und Tomte musikalisch quasi begleitet worden war, wuchs sich schneller raus, als ich es selber realisierte – gleichzeitig blieb die Musik irgendwo ständig als Begleiter und der Impuls war und ist da. Auf die ersten wilden Jahre und musikalischen Gehversuche folgte oftmals auch Ernüchterung und Frustration. Manchmal schwand die Lust, aber nie ging sie so ganz. Der Zweifel siegte nicht, weil in dieser Zeit ganz viele wichtige Leute zu Gefährten wurden, die nichts mit meiner Musik anfangen konnten oder wenigstens nichts mit Musik zu tun hatten, weil sie selber keine machten. Fernab des Proberaums entstand Freundschaft – neben der Musik, nicht ohne sie.

Und ständig geht die Sonne auf

Als uns einer der dicksten Freunde unserer Kiosk-Gang in Köln vor einigen Jahren dann in Richtung Osten verließ, wurden nicht nur die großartigen Abende mit zahlreichen Diskussionen und endlosen Unterhaltungen zwangsläufig weniger, sondern es ging auch ein ständiger Begleiter meiner musikalischen Entwicklung. Auch Kettcar hörte ich da schon länger gar nicht mehr. Die Dinge veränderten sich und tun dies fortlaufend – das ist ganz normal. Dennoch ist es jedes Mal wieder so, wenn man sich trifft, als wäre Zeit nicht wichtig und, als wäre das alles eigentlich nur ein langer Sommertag – „ein einziger Sommer“. Alte Fotos verraten natürlich eine andere Geschichte. Was damals nach dem Abi anfing – mit Kettcars Im Taxi weinen, Tomtes Schönheit der Chance oder Olli Schulz‘ & der Hund Maries Weil die Zeit sich so beeilt – am Kiosk weiterging und morgens mit Bratkartoffelgeruch bei Rita endete, all das ist Anlass des Songs Kettcar, Im Taxi weinen. Es ist die Geschichte, dass es gut ist, wenn man Freiheit erfährt und Freundschaft findet.

Seit einiger Zeit probe ich mein Album „Jeden ganzen Meter“ in Akustik-Versionen. Nebenher schreibe ich an neuen Songs und spiele ein paar ganz alte, um gegen Ende des Jahres ein neues Album raus zu bringen, vielleicht den ein oder anderen spontanen Gig auf der Straße zu spielen und zum Jahresabschluss dann ein Solo-Konzert in Köln: akustisch, alleine und ganz intim. Da ich nie nur an einer Front kämpfen, dauert es noch etwas – aber es hat sich schon viel verändert und auch dieses Schiff läuft in absehbarer Zeit in den Hafen ein.

Clemens

Jeden ganzen Meter gibt es u.a. bei

iTunes | AmazonGoogle Music | Spotify | Deezer

oder auch bei Youtube

 

Portrait Paris (Foto)

Liebe Freunde,

es ist lang geworden, daher hier zunächst der Link

und die

Kurzfassung:
06.12. „Paris“ als Single und Video online, ab 12.12. Album „Jeden ganzen Meter“ vorbestellen bei iTunes oder direkt als Digipak (15,- inkl. Versand; vorerst nur per E-Mail an mail@clemensfuhrbach.com). Es ist alles solo, indie und ganz minimalistisch, mit fast keinem Budget und großem Herzen entwickelt und produziert. Das Ergebnis ist mehr als gut hörbar und ein echtes Gefühl von Glück.

Langfassung:
Für mich gehen ein spannendes Jahr und eine ereignisreiche Zeit zu Ende. Nachdem ich im Mai meine Examensarbeit abgegeben und im Juni mein Studium nach langem hin und her dann doch noch beendet habe, habe ich mich ein paar Wochen lang in meinem Studio in der Vorstadt hingesetzt und überlegt: Was war eigentlich vor zehn Jahren der Grund, dass du damals angefangen hast, eigene Lieder zu schreiben und Musik zu machen?

Die Antwort hatte ich relativ schnell gefunden: Es war einfach die richtige Zeit, Indie war das passende Gefühl und eine echte Signatur unserer Jugend. Ich hatte gute Leute um mich herum, wir erlebten Dinge, die uns für Momente zu Riesen machten und einen heute zum melancholischen Nostalgiker werden lassen, weil man feststellt, dass sie schon fünf Jahre oder länger hinter uns liegen. Doch so schön alle rückwärtsgewandte Erinnerung auch ist – es sind auch Jahre der Entwicklung, die ins Land ziehen und die eigene Perspektive für Vergangenheit und Zukunft erst zu einem richtigen Gefühl werden lassen. Ein Gefühl, für das es ein Wort gibt: Glück.

Ich beschloss also im Frühsommer, dem ersten einen zweiten Einschnitt an die Seite zu stellen und fing an, unter dem Titel „Jeden ganzen Meter“ ein Album zu schreiben, das sich musikalisch und inhaltlich bewusst in eine Auseinandersetzung mit den Erfahrungen des deutschen Liedguts begibt und gleichzeitig einen individuellen Weg zeichnet. Das Album wurde zum ständigen Dialog. Es entstanden neue Ideen und Lieder, aber auch einige Demos und Textbausteine aus der intensiven „Lernzeit“ fügten sich zu einem stimmigen Set aus 10 Liedern. Weil ich dieses Mal sehr persönlich schreiben und arbeiten wollte, beschloss ich früh, den gesamten Produktionsprozess selbst zu durchlaufen – ich wollte keine Kompromisse diskutieren und Termine koordinieren, sondern Musik machen – so gut ich es kann und so wie es der Geldbeutel erlaubt. Klar war auch schnell, dass es alles auf deutsch sein musste.

Ich fand nach der Schulzeit zur deutschen Sprache und stellte fest, dass die Arbeit mit Worten eine meiner stillen Leidenschaften ist, die mir jetzt erst bewusst wurde. Die Musik wurde für mich über die Jahre zum experimentellen Spielplatz und zum Medium der ständigen Reflexion und Auseinandersetzung. Dabei habe ich auch früh immer versucht, eigene Wege zu gehen und Positionen zu entwickeln, die manchmal etwas abseits lagen. Dies ist geblieben – ein Gefühl von Freiheit, das ich erst jetzt wirklich schätzen kann. Immer ein bisschen neben der Strecke stehend, habe ich einen Stil gefunden, der so ist, wie ich Musik machen will und wie ich es gut finde. Dieser Prozess der musikalischen Auseinandersetzung war immer auch von bedingungslosen Entscheidungen und Erfahrungen geprägt. In der polaren Spannung zwischen ständigem Verlust und Ertrag wird man zum gelassenen Jäger des Augenblicks und liebt, auch wenn es flüchtig ist, immer intensiver.

Von heute an ist mein Video zu „Paris“ online. Die Single gibt es u.a. auch bei iTunes, Amazon und Spotify. Ich wollte für den Track keine große Video-Produktion oder -Inszenierung an den Start bringen (wäre auch völlig gegen das Budget gewesen). Zwei Menschen, eine Kamera, eine Stunde Zeit und die Suche nach einem Ort für einen einzigen Schuss. Das ist das Video zu Paris, als bewegtes Portrait im Charakter eines statischen Bildes. Großer Dank geht dafür an meinen Kumpel MF-Production / Michael Feldherr, der 4 Minuten lang stillstand, keine Sekunde gelacht und kein Wort gesprochen hat. DANKE.

Ab dem 12.12. kann man mein Album „Jeden ganzen Meter“ auch bei iTunes vorbestellen. Wer vorher noch ein Geschenk für Weihnachten braucht, kann mir ganz einfach eine E-Mail schreiben. Es gibt ganz schicke Digipaks für 15,- inkl. Versand. Downloads machen sich unter dem Weihnachtsbaum einfach nicht so gut.

Danke für die gemeinsame Strecke bis hier hin. Es kommen noch ein paar Meter dazu!

Dein Clemens

P.S.:
Mitten im Sommer hat sich ein neues Projekt ergeben und so muss die Schule noch ein bisschen warten, weil ich doch noch mal zur Uni gehe und im eigenen Feld forsche, arbeite und am Ende hoffentlich etwas zu Papier bringe. Das ist total spannend und aufregend, und das Geldverdienen bleibt noch ein bisschen die existentielle Nebensache. Wenn’s zeitlich alles klappt gibt es auch bald wieder eine Seite mit ein paar Infos zum Projekt und einer Möglichkeit zum Download meiner Musik. Ich will versuchen, dieses Mal nicht wild Dinge zu posten, die einen zweiten Blick und einen Augenblick der echten Aufmerksamkeit verdient haben. Das Internet ist eh schon voll genug. Es bleibt spannend, der Weg auf der Suche nach dem Neuen zu provozieren und das gesammelte Erinnern immer wieder neu zu durchforsten.

Foto Deine Vorstadt bei Köln.tv am 01.03.2016

Kurz bevor Schluss ist bei Köln.tv hatte ich mit der Band die Gelegenheit, dort noch einmal für ein Interview und zwei Songs vorbei zu schauen. So konnten wir unseren 2015 bei mir in der Vorstadt recht spontan gemeinsam mit MF-Production aufgenommenen Song Schwarze Schafe (Schlaflos in Widdersdorf) mal wieder live in einer Akustik-Version spielen. Als zweiten Track hatten wir Routine im Gepäck und ein kurzes Interview gab es sogar noch oben drauf. Und wir haben es alles auf Video!

Das war insgesamt ziemlich neu für uns, aber auch eine wirklich gute Sache. Es war zwar ungewohnt, dass man uns Fragen zur Musik und zur Sache stellt, die wir uns sonst so nicht stellen, aber für’s erste Mal haben wir unsere Sache ganz gut gemacht, finde ich. Und obwohl ich dachte, es sei eigentlich ein kleiner Sender, haben es dann doch viel mehr Leute gesehen, als ich erwartet hätte! Warum der Sender jetzt dennoch offline ist… es ist wirklich schade.

Interview

Schwarze Schafe (Schlaflos in Widdersdorf)

Routine