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Foto Clemens und Niklas in der Vorstadt

Recording-Wochenende mit Deine Vorstadt

Nach vielen Wochen des Probens ging es vergangenes Wochenende wieder los. Ein neuer Anlauf mit der Band Deine Vorstadt im Studio. Da wir bis in die Gegenwart hinein von chronischen Geldsorgen begleitet sind, entschieden wir uns in meinem mittlerweile doch in die niedrige Mittelklasse aufgestiegenen Vorstadt-Studio aufzunehmen. Mit dabei war unser 13 Lieder umfassendes Set, das wir seit nun fast einem Jahr ganz fleißig verfeinert und v.a. auf Click geprobt hatten. Neben den neuen Liedern Reisefieber, Graffiti, Amerika und Küche waren auch ein paar alte Lieder und ein paar aus der ersten Stunde dabei. Unser Ziel: Einfach mal aufnehmen, wie wir gerade spielen – was ist unser Stand?

Aufbau, Umbau, einrichten, ausrichten – aufnehmen!

Zunächst geht allerdings jeder Aufnahme das Einrichten und Einstellen voraus. Dazu trafen wir uns einige Tage vorher und bauten auf, so wie es im Vorfeld zumindest einigermaßen von mir geplant worden war. So langsam richteten wir uns in der frisch renovierten und runderneuerten Vorstadt ein. Im Studio bauten wir das Schlagzeug um und positionierten unseren Bassisten daneben, während die beiden Gitarren-Amps in der Regie Platz fanden. Unser Ziel war es so, nicht nur live und gemeinsam spielen zu können, sondern dabei auch in Begleitung eines anderen Band-Mitglieds zu sein, um ein gemeinsames Spielgefühl zu bewahren.

Das Ende hat geklappt – ohne uns anzugucken!

Nach dem Aufbau folgten erste Soundchecks mit Click, Probe-Takes und das Einrichten eines je individuellen Monitor-Sounds. Dann konnte es losgehen mit den Takes. Im ersten Durchgang spielten wir mit Gesang, um einen Ghost-Track davon zu haben, der bei den nächsten Durchläufen mitlaufen konnte. Damit die Aufnahmen selbst nicht zum großen Stress unter Perfektionisten ausuferten, blieben wir bei der Absprache, jeden Song nur einmal zu spielen und dann gleich den nächsten – was überraschend gut klappte.

Click, click, click – das Metronom stellte sich schnell als eine Umstellung heraus, die sich bezahlt machen sollte. Wir spielten gemeinsam an drei Tagen das Set je ein bis zwei Mal durch und schnitten uns dabei mit. Weil das wirklich gut klappte, machten wir den vierten vorgesehenen Tag bereits einen Cut und fingen an, ein paar Einstellungen für den Mix vorzubereiten und grobe Fehler zu korrigieren. Außerdem versuchten wir einige Backings einzusingen und gaben uns dann schließlich auch mal früher frei.

Der Klassiker zum Abschluss der Aufnahmen: Es geht etwas kaputt…

Kurz vor Abschluss der letzten Korrekturen passierte dann, was immer in solchen Situationen passiert: Mein Interface verabschiedete sich und musste zur Reparatur. Wir wurden kaltgestellt und konnten nichts weiter tun als abwarten und die Füße still halten. In der Zwischenzeit trafen wir uns im Brauhaus zur neu eingerichteten Quartalsbesprechung und planten unser weiteres Vorgehen. Nach guten drei Wochen kam dann die heiß ersehnte Mail vom Music Store in Köln, dass MOTU die Reparatur nicht nur erfolgreich durchführen konnte, sondern ebenfalls, dass wir mit 300,- Euro auch noch in einem erträglichen Kostenrahmen blieben.

Nun geht es in die Phase, die über 50 Takes zu sichten, anzuhören und die besten Versionen zu finden, um einen starken Mix daraus zu produzieren. Im Anschluss werden wir dann die Vocals drüber singen und die Produktion finalisieren. Derweil arbeiten wir im Hintergrund an einer Akustik-Version für das Sommerkino im September und bereiten das Artwork vor. Zum Release gibt es dann nicht nur ein Konzert mit anschließender Party, sondern ebenfalls ein Update unserer Homepage und neue Fotos. Ihr dürft also gespannt bleiben.

Auf hoffentlich bald!

Deine Vorstadt – Immer wieder alte Lieder (Ende 2017 – diesmal wirklich!)

Geplant ist der Release irgendwann im August/September. Auf dem Laufenden bleibt ihr hier und auch über deinevorstadt.de oder bei Facebook, Instagram und Twitter.

Tracklist

1. Schwarze Schafe
2. Routine
3. Reisefieber
4. Küche
5. Was ist es wert
6. Keine Ahnung
7. Graffiti
8. Kommt ein Tag
9. Amerika
10. Geheimversteck
11. Sommerregen
12. Logbuch
13. Johansson

Foto Clemens Fuhrbach - Kettcar, Im Taxi weinen (akustisch)

Nach einem langen Wochenende: Kettcar, Im Taxi weinen (akustisch)

Hallo zusammen.

Ich hatte letztes Wochenende Besuch aus Leipzig. Danach habe ich völlig übernächtigt die Handy-Kamera mitlaufen lassen und mit zittriger Hand Kettcar, Im Taxi weinen (akustisch) aufgenommen. Fast ohne Stimme und mit Kater singe ich den Song, der genau davon erzählt, dass eine Zeit manchmal zu schnell zu Ende geht und sich doch zu jeder Zeit wieder so anfühlt, als wäre man immer noch 20, frei und unbefangen und voller Träume – nur halt zehn Jahre später und um einige Erfahrungen reicher – und jede Zeit für sich ist ja irgendwie gut.

Was mit dem Abitur irgendwann anfing und von Kettcar und Tomte musikalisch quasi begleitet worden war, wuchs sich schneller raus, als ich es selber realisierte – gleichzeitig blieb die Musik irgendwo ständig als Begleiter und der Impuls war und ist da. Auf die ersten wilden Jahre und musikalischen Gehversuche folgte oftmals auch Ernüchterung und Frustration. Manchmal schwand die Lust, aber nie ging sie so ganz. Der Zweifel siegte nicht, weil in dieser Zeit ganz viele wichtige Leute zu Gefährten wurden, die nichts mit meiner Musik anfangen konnten oder wenigstens nichts mit Musik zu tun hatten, weil sie selber keine machten. Fernab des Proberaums entstand Freundschaft – neben der Musik, nicht ohne sie.

Und ständig geht die Sonne auf

Als uns einer der dicksten Freunde unserer Kiosk-Gang in Köln vor einigen Jahren dann in Richtung Osten verließ, wurden nicht nur die großartigen Abende mit zahlreichen Diskussionen und endlosen Unterhaltungen zwangsläufig weniger, sondern es ging auch ein ständiger Begleiter meiner musikalischen Entwicklung. Auch Kettcar hörte ich da schon länger gar nicht mehr. Die Dinge veränderten sich und tun dies fortlaufend – das ist ganz normal. Dennoch ist es jedes Mal wieder so, wenn man sich trifft, als wäre Zeit nicht wichtig und, als wäre das alles eigentlich nur ein langer Sommertag – „ein einziger Sommer“. Alte Fotos verraten natürlich eine andere Geschichte. Was damals nach dem Abi anfing – mit Kettcars Im Taxi weinen, Tomtes Schönheit der Chance oder Olli Schulz‘ & der Hund Maries Weil die Zeit sich so beeilt – am Kiosk weiterging und morgens mit Bratkartoffelgeruch bei Rita endete, all das ist Anlass des Songs Kettcar, Im Taxi weinen. Es ist die Geschichte, dass es gut ist, wenn man Freiheit erfährt und Freundschaft findet.

Seit einiger Zeit probe ich mein Album „Jeden ganzen Meter“ in Akustik-Versionen. Nebenher schreibe ich an neuen Songs und spiele ein paar ganz alte, um gegen Ende des Jahres ein neues Album raus zu bringen, vielleicht den ein oder anderen spontanen Gig auf der Straße zu spielen und zum Jahresabschluss dann ein Solo-Konzert in Köln: akustisch, alleine und ganz intim. Da ich nie nur an einer Front kämpfen, dauert es noch etwas – aber es hat sich schon viel verändert und auch dieses Schiff läuft in absehbarer Zeit in den Hafen ein.

Clemens

Jeden ganzen Meter gibt es u.a. bei

iTunes | AmazonGoogle Music | Spotify | Deezer

oder auch bei Youtube

 

Portrait Paris (Foto)

Jeden ganzen Meter und Paris-Video

Liebe Freunde,

es ist lang geworden, daher hier zunächst der Link

und die

Kurzfassung:
06.12. „Paris“ als Single und Video online, ab 12.12. Album „Jeden ganzen Meter“ vorbestellen bei iTunes oder direkt als Digipak (15,- inkl. Versand; vorerst nur per E-Mail an mail@clemensfuhrbach.com). Es ist alles solo, indie und ganz minimalistisch, mit fast keinem Budget und großem Herzen entwickelt und produziert. Das Ergebnis ist mehr als gut hörbar und ein echtes Gefühl von Glück.

Langfassung:
Für mich gehen ein spannendes Jahr und eine ereignisreiche Zeit zu Ende. Nachdem ich im Mai meine Examensarbeit abgegeben und im Juni mein Studium nach langem hin und her dann doch noch beendet habe, habe ich mich ein paar Wochen lang in meinem Studio in der Vorstadt hingesetzt und überlegt: Was war eigentlich vor zehn Jahren der Grund, dass du damals angefangen hast, eigene Lieder zu schreiben und Musik zu machen?

Die Antwort hatte ich relativ schnell gefunden: Es war einfach die richtige Zeit, Indie war das passende Gefühl und eine echte Signatur unserer Jugend. Ich hatte gute Leute um mich herum, wir erlebten Dinge, die uns für Momente zu Riesen machten und einen heute zum melancholischen Nostalgiker werden lassen, weil man feststellt, dass sie schon fünf Jahre oder länger hinter uns liegen. Doch so schön alle rückwärtsgewandte Erinnerung auch ist – es sind auch Jahre der Entwicklung, die ins Land ziehen und die eigene Perspektive für Vergangenheit und Zukunft erst zu einem richtigen Gefühl werden lassen. Ein Gefühl, für das es ein Wort gibt: Glück.

Ich beschloss also im Frühsommer, dem ersten einen zweiten Einschnitt an die Seite zu stellen und fing an, unter dem Titel „Jeden ganzen Meter“ ein Album zu schreiben, das sich musikalisch und inhaltlich bewusst in eine Auseinandersetzung mit den Erfahrungen des deutschen Liedguts begibt und gleichzeitig einen individuellen Weg zeichnet. Das Album wurde zum ständigen Dialog. Es entstanden neue Ideen und Lieder, aber auch einige Demos und Textbausteine aus der intensiven „Lernzeit“ fügten sich zu einem stimmigen Set aus 10 Liedern. Weil ich dieses Mal sehr persönlich schreiben und arbeiten wollte, beschloss ich früh, den gesamten Produktionsprozess selbst zu durchlaufen – ich wollte keine Kompromisse diskutieren und Termine koordinieren, sondern Musik machen – so gut ich es kann und so wie es der Geldbeutel erlaubt. Klar war auch schnell, dass es alles auf deutsch sein musste.

Ich fand nach der Schulzeit zur deutschen Sprache und stellte fest, dass die Arbeit mit Worten eine meiner stillen Leidenschaften ist, die mir jetzt erst bewusst wurde. Die Musik wurde für mich über die Jahre zum experimentellen Spielplatz und zum Medium der ständigen Reflexion und Auseinandersetzung. Dabei habe ich auch früh immer versucht, eigene Wege zu gehen und Positionen zu entwickeln, die manchmal etwas abseits lagen. Dies ist geblieben – ein Gefühl von Freiheit, das ich erst jetzt wirklich schätzen kann. Immer ein bisschen neben der Strecke stehend, habe ich einen Stil gefunden, der so ist, wie ich Musik machen will und wie ich es gut finde. Dieser Prozess der musikalischen Auseinandersetzung war immer auch von bedingungslosen Entscheidungen und Erfahrungen geprägt. In der polaren Spannung zwischen ständigem Verlust und Ertrag wird man zum gelassenen Jäger des Augenblicks und liebt, auch wenn es flüchtig ist, immer intensiver.

Von heute an ist mein Video zu „Paris“ online. Die Single gibt es u.a. auch bei iTunes, Amazon und Spotify. Ich wollte für den Track keine große Video-Produktion oder -Inszenierung an den Start bringen (wäre auch völlig gegen das Budget gewesen). Zwei Menschen, eine Kamera, eine Stunde Zeit und die Suche nach einem Ort für einen einzigen Schuss. Das ist das Video zu Paris, als bewegtes Portrait im Charakter eines statischen Bildes. Großer Dank geht dafür an meinen Kumpel MF-Production / Michael Feldherr, der 4 Minuten lang stillstand, keine Sekunde gelacht und kein Wort gesprochen hat. DANKE.

Ab dem 12.12. kann man mein Album „Jeden ganzen Meter“ auch bei iTunes vorbestellen. Wer vorher noch ein Geschenk für Weihnachten braucht, kann mir ganz einfach eine E-Mail schreiben. Es gibt ganz schicke Digipaks für 15,- inkl. Versand. Downloads machen sich unter dem Weihnachtsbaum einfach nicht so gut.

Danke für die gemeinsame Strecke bis hier hin. Es kommen noch ein paar Meter dazu!

Dein Clemens

P.S.:
Mitten im Sommer hat sich ein neues Projekt ergeben und so muss die Schule noch ein bisschen warten, weil ich doch noch mal zur Uni gehe und im eigenen Feld forsche, arbeite und am Ende hoffentlich etwas zu Papier bringe. Das ist total spannend und aufregend, und das Geldverdienen bleibt noch ein bisschen die existentielle Nebensache. Wenn’s zeitlich alles klappt gibt es auch bald wieder eine Seite mit ein paar Infos zum Projekt und einer Möglichkeit zum Download meiner Musik. Ich will versuchen, dieses Mal nicht wild Dinge zu posten, die einen zweiten Blick und einen Augenblick der echten Aufmerksamkeit verdient haben. Das Internet ist eh schon voll genug. Es bleibt spannend, der Weg auf der Suche nach dem Neuen zu provozieren und das gesammelte Erinnern immer wieder neu zu durchforsten.