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Prolog

Ich wollt‘ eigentlich nie
nie mehr su singe
ming, dat ist hück
en ander Sproch
Kölsch dat fällt mir
immer su schwer
doch dä eine Versoch
dä broch ich noch

1. Strophe

Ich sing vun der Stadt und der Freiheit
die dä Unterschied kennt
die jedes Klischee
im Name benennt
wir sind für Freiheit und ganz bestimmt
mehr Toleranz
mir han hier kein‘ Künig
nur ’ne Prinz der gern kütt
mit Bauer und Jungfrau
und ganz schön viel Glück
kütt der Köbes mit’m Kranz
und mäht us all he verückt

Doch et Fummle bliev he
’ne feste Begriff
Bütze is
en Institution
mir han Regele die han
Papier nie gesinn
und sind joot wie Gesetze
geschrieve am Rhing

2. Strophe

Mir han Achtung für jedem
Jeck op d’r Stroß
mir han Achtung für dem
wat Du sonst su mahst
wenn der andere nit will
und Du jangst dafür
da halte mir still
und singe mit Dir
vun d’r Stadt und der Freiheit
die dä Unterschied maht
die Knüppele nit kennt
und Künige verlacht
die Stadt und die Freiheit sind größer als mir
die Stadt und die Freiheit
da gang mir dafür

3. Strophe

Ich sitz am Ufer vom Fluss
der diese Stadt trägt
hab den Blick op d’r Dom
der dä Unterschied mäht
und mein he wör noch Platz
für eh bisschen mehr Hätz
hör nit op all dat dumpfe Geschwätz
he hätt jeder sing Story
sing Läve gelävt
und dat is wat he
die Grundlage legt
für
die Stadt und die Freiheit
die dä Unterschied mäht
mir lache und kriesche
und et wird dabei spät
in der Kneip op d’r Eck
im Club auf’m Ring
auf’m Platz, im Park
im Sunnesching
und wenn ens regnet
kennt man he kein Verdruss
außer einer, der nichts mäht
nichts mäht, außer Stuss

4. Strophe

Die Stadt ist die Freiheit
die dä Unterschied macht
die nie im Läve Dich danach fragt
woher Du kommst
wohin Du willst
et schönste ist wenn Du he dä Augenblick föhlst
in der Stadt mit der Freiheit / die Stadt ist die Freiheit
die dä Unterschied macht / die dä Unterschied macht
in der jeder Jeck / die nie im Läve
mit dem andere lacht / Dich danach fragt
die Stadt ist die Freiheit
die dä Unterschied macht
die nie im Läve Dich danach fragt
woher Du kommst
wohin Du willst
et schönste ist wenn Du he
dä Augenblick föhlst

Bemerkung

Ich habe diese Seite gut zwei Jahre nach dem Lied erstellt. Es ist kein perfekter Song und kein perfektes Kölsch. Darum geht es aber ein bisschen auch in dem Lied, dass man sich etwas traut: Man traut sich selbst mit der Konfrontation, dass man gewisse Dinge nicht so gut kann und auch selbst fremder in der eigenen Stadt oder im eigenen Land ist, als einem lieb ist. Gleichzeitig fühlt man sich verbunden über gewisse Dinge, die man direkt aus dem Herzen holt und die man sonst gar nicht so genau sieht. Zwischen beiden Polen agiert der Track. Er ist vor zwei Jahren zusammen mit einem Pamphlet erschienen, das zum Text dazu gehört.

Erschienen als Single

Am FlussClemens Fuhrbach - Am Fluss (Artwork, Grafik)