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HIER KÖNNTE IHRE WERBUNG STEHEN?
 NEIN, DA STEHT JA SCHON ANDREAS!

Wir sind zwei oder drei.
Manchmal vier.

Wir sind zusammen
 Ich und Wir
 und eins noch:

 WIR SIND DIE GUTEN

 

***

Wir haben gestern –
 im Eifer des Gefechts

  (ich wurde heute
für einen Soldaten
gehalten,
   das zweite Mal
seit 2006!)

   – gleich drei gute Fotos gemacht.

   Das ist überhaupt nicht redundant.
Das ist das Leben.

Es folgt: Gebrauchslyrik.

Heute ist noch nicht vorbei 
Morgen ist Feiertag
Freitag ist Konzert
Samstag ist Fußball
Sonntag ist…
…die Woche zu Ende!

 

***
Dieser Text ist ein Echo.

8. Mai 2018

Wir sind die Guten

Zwei tapfere Gestalten,
 manchmal auch drei oder vier
 nur Einer schafft es so
 zum ganzen Wir.

     Bald ist’s so weit!

          Noch zwei Stunden
          Zwei Stunden nur
           dann sitzen wir
           zusammen und reden
            und schauen uns an
            und sind alle ganz da
            und ganz wirklich.

        Im Hier. Jetzt!
        VOLLKOMMEN, analog.

     ***
     Wir sind die Guten

     Wir treffen uns
      um uns wieder zu treffen
      um uns wieder zu sehen
      um uns wieder davon zu erzählen
      um uns so zu genügen
      um uns daran zu erinnern
      um neue Wege zu gehen
      um wieder zu stehen
      um uns zu fühlen, zu lachen,
      um Hände zu halten – und zu tanzen!
       und zu springen! Bis der Puls heftig schlägt
       und das Blut eifrig fließt
           bis unter die Haut.

     Wir sind die Guten
        wir sind
        zwei junge Wilde
        inmitten der Herde
        die gesunde Komplikation
        des stärkeren Lebens
         ganze
         und doch so fragile
         durch alle Fehler hindurch
         reine Existenz.

Wir sind alles
 seit gestern
 schon heute
 für morgen!

Foto HNY

Da ist das neue Jahr / das gestern noch nur Zukunft war /
Ist jetzt schon alt / wie meine Schuhe / tragen mich noch gut /
Durch Buchforst / frühst um 6 / in Stille / dunkelblau / 
 zwischen kaltem Feuerwerk vermisse ich die Vögel
Kein Kiosk, kein Bäcker – keine Hundebesitzer
Ausgestorben ist der Weg / über die Brücke /
 nur unten fahren Autos im offensichtlich ewigen Fluss
  in alle Richtung / nur entgegengesetzt 
  gehe gegen die Einbahnstraße / ins Scheinwerferlicht / 
  Kapuze / Blick gesenkt / in Gedanken / Musik / 

Die Nacht ist längst schon Morgen / doch es ist
  als wolle sich die neue Zeit / Erfahrung aus der alten borgen

Für ein paar Stunden / nur / steh‘ oben / auf dem Berg /
Seh‘ Licht und Schatten / ein paar Häuser / keins im Innenhof / Stille (auch hier) / 
 dringt durch die Fenster / höre das Atmen /
wie der Bauch sich bewegt / 

 das laute Schweigen / wie es aus der Zeit sich erhebt / und alles ist gut / 
 wie man lebt und man liebt / und liebt wie man’s tut / im Guten / im Schlechten / 
 Positiv nie in Gefahr / weil Negativ der Ansporn bleibt / das Bild zu entwickeln

     Nicht nur Sand fließt 
       stur nach unten     

Doch ich hüpfe oben / wie ein kleines Kind / nicht trotzig / selbst / bestimmt / Ich / schreie lauthals / lachenderweise /
 und dann: schlafen wir uns gemeinsam an / ganz in Ruhe / sind endlich voll da / zweitausend die Zeit / achtzehn das Jahr 

Und wieder / und kommt / und geht – / und gefühlt / – nur ein Morgen / das Land / wie die Leute / das Ich / und das Selbst / das Du mit mir ist / persönlich es schafft / sich etwas von gestern für heute zu borgen / und es macht / wie das Kind / wenn es oben auf spielt / und die Zeit / und der Sand / nur in alle / und eine Richtung / verrinnt / – / und das ist / dann / – willkommen / – / – im Jetzt. //

Foto Freunde

Foto FreundeSuppe gekocht ✅
Krautsalat gemacht ✅
Kartoffelpürree angesetzt ✅
Brathähnchen eingerieben ✅
Arbeiten
 noch etwas
Fitnesstudio
 dann
Kiosk
 vielleicht
Belohnungsbier (?)
 vielleicht!
Ofen
 an
Dusche
Warten auf S.***

 Und dann:
 ist auf einmal
 wieder alles gut.

  [ Notiz ]
    Blutdruck 
    120 / 70 
    gefühlt
     nicht
      gemessen.
  [ Ende ]

Denken an 
        L.

___


Geteilt mit der Öffentlichkeit:
    Weihnachtsessen verpasst.
    Leider. Trauer mächtig.
    Bier –
    verzapft!
    Terrasse
    Hopfenpool
    Heute:
    kleine Version.
    Alles kleiner.
    Außer die Freundschaft.
    Die ist groß.

Foto Morgen, Kinder - auch die Alten

Zu Weihnachten, da gibt’s Geschenke
und auch manche Schnapsgetränke
nicht für Kinder, ganz gewiss
die trinken nur die Reste
weg vom Tisch

So schlafen alle munter ein
kommt einer leise wach herein
durch den Schornstein
mit viel Wunder
ein Sack dabei, ganz voll
– alles, nur kein Plunder

Unter’m Christbaum sammeln sich
nachts für alle Schlafenden
die wach geworden, nicht vergessen!
die Reste noch vom Abend essen

Und plötzlich steht ein jeder da
als wär der Heiland doch noch wahr
denn da liegen Kisten mit viel Liebe
eingepackt für’s Herzgetriebe
– auch die Alten fühlen das
den ewig jungen Kinderspaß

So startet dann der Tag noch jung
mit Familienfreudenwunderung.

Bild Die Lichter gehen an

Bild Die Lichter gehen an
Die Lichter gehen an
Die Lichter gehen aus
Die Lichter gehen an
Die Lichter gehen aus
Die Lichter gehen an
Die Lichter gehen aus
Der Vorhang fällt
Das wars!
Das wars?
Und dann?
Die Lichter gehen
Pessimisten sagen: Aus
Optimisten sagen: An
Doch ist nicht der die Frage stellt
Der die Antwort in den Händen hält
Also warum fragen ohne Sinn?
Warum nicht?
Schließlich gehn‘ die Lichter an
Nur manchmal schweigt das Licht.

Zeichnung Keine Stunde später

Zeichnung Keine Stunde später

Ich bekomme einen Anruf. / “Keine Stunde später”, / heißt es aus der unsichtbaren Leitung. / Ich denke an Führung / des Wortes wegen / allein erkenne sie nicht. / Finde Hysterie. / Empfinde Ekel. / Übe Selbstkritik vor der Entgleisung und stelle mir vor, / ich könnte den Drahtseilakt:

– / – ohne Sicherheit – / – ohne Netz – / – ohne Fall – / / –

*** frei schwebend ***

Es klingelt . .. . / schon wieder / hebe ab. / “Keine Stunde später”, / heißt es aus der Leitung und ich möchte dieses Mal etwas sagen / erbitten / fragen. / Ob / vielleicht / nur eine / und bekomme die Antwort akustisch / als negativ / Gespräch gekappt.

Ich erwäge den Rückruf / greife zum Hörer / mein Hals stockt / und ich höre mich atmen. / Versuche mit den Fingern zu wählen / die kurze / einfache / Tastenkombination “Rückruf” / doch der Finger versagt mir die Führung. / Lege die Hand ab. / Nüchtern.

Ich versuche es noch einmal mit der anderen Hand. / Gleiche Geschichte / nur etwas später. / Halte den Arm mit der anderen / und siehe da: / Es geht / aber langsam. / Ich erreiche die Tasten / Nummer unterdrückt? / Nummer unterdrückt.

Versuche es noch einmal / – über die Zentrale. / Vermittlung & / versuche zu sprechen, / doch die Stimme gibt es nicht her. / Bleibe stumm – / “Hallo?” / heißt es nach kurzer Begrüßung.

Formale Automatismen / sie greifen / denke ich keine Stunde später / gehe wieder an die Arbeit. / Stille Revolution? / Heute nicht.

Foto Trier im September 2009

Ich springe in Pfützen und trage ein Messer bei mir
Mutter hat gesagt: „Vorsicht mit der offenen Klinge nicht laufen.“
Das Kind testet sich aus; macht es trotzdem
Wenn der Regen ganz doll wird, Freude
Die Waschung beginnt und reinigt und mischt
Angst habe ich keine, entweicht dem Körper
Die Grenzen verschwimmen zu Nichts mehr
Wasser fließt hinein und hinaus; heroisches Rinnsal
Die Pfützen spritzen Antwort dem Sprung
Rote Stiefel aus Plastik schützen nicht vor der Befreiung
Nur Sprache kann das genau so scharf fließen
Körper zu öffnen, zu schließen UND: lebendig zu bleiben
Hohe Kunst ist nicht zu verletzen —
Im Spiel bestehen gegen und mit Erziehung
Dafür oder dagegen?
Die Stiefel liegen am Bordstein
Bürgersteig auf in den ewigen Himmel
Jesus Christus blutet wie ein Schwein
Ohne Betäubung, täusche mich nicht
Die Pfützen spritzen – wenn ich springe – mir bis ins Gesicht
Und ich lasse mich nicht bekehren
Kann doch nur das Kind mich wirklich lehren
Durch das Leben zu gehen um aufrecht zu stehen

Foto Bei Jagdgewitter

Foto Bei Jagdgewitter

Ist der Himmel noch so düster
bleibt bei mir die Laune froh
denn wer laufen kann wie ich
den kriegt der Jäger sowieso
-nur mit der Flinte
-oder nich‘
***
– …und wenn er kommt?
— Der braune Mann?
– Dann lauf auch du!
— So schnell ich kann?

…ein bisschen schneller &
sei achtsam bei dem Fallensteller
denn bei uns bleibt das gewiss
den Mensch gibt’s ohne Jäger nicht
nur Waffen kann er keine tragen
wenn wir ihm den Lauf abjagen.

Foto Brotgedicht

                                 14. Juni 2017
Brotgedicht

Oder:
     Keine toten Enten
                      mehr…
                          d.i. Keine moralische Erinnerung,
                          nur und doch
                          zum freien Grillen
                          im Schrebergarten verfasst.

Als ich klein war, sammelten wir das alte Brot in einem Beutel
– – – bis der voll war, dann gingen wir zum Teich
und fütterten die Enten.
                    (hier bitte geräuschlose
                     Abbildung von Enten vorstellen)

Heute esse ich das alte Brot selbst auf.1

Ich frage mich, ob ich eine Ente bin,
 komme mir dafür aber zu groß vor.
Natürlich: die Enten kamen mir früher groß vor
 weil ich noch klein war und ich bin immerhin so viel gewachsen,
 dass sich die Enten relativiert haben;
-physisch-proportional.

                                             (gilt übrigens
                                             auch für das Brot!)

                     ***

Aber sympathisch wie ich die Tierchen damals fand
 finde ich mich auch und mehr noch als Brot fressende Ente,
 weil das für deutlich mehr Humor spricht und Humor ist,
 Wenn man Tragik kann und das klingt komisch, ist aber so.

[Hinweis]
          An dieser Stelle darf gleichermaßen gelacht
          und geweint werden. Bestenfalls gleichzeitig
          und aus gutem Grund. Hoch leben die Enten!
[Ende]


Wenn ich das trockene Brot selber esse
 brauche ich etwas, das ich früher nicht kannte – – –
-Geduld.
   Denn:
         egal wie viele Zähne man noch oder nicht mehr hat
         trockenes Brot ist wirklich sehr hart.

Kein Wunder also, dass ich das Brot heute in eine Schüssel aus Wasser tauche, damit es weich wird. Die Schüssel ist quasi der Teich an dem ich sitze und mich füttere, weil ich Enten gerne mal etwas gönne. Und auch ich habe mir das trockene Brot redlich verdient, Ente die ich bin.

                  (An dieser Stelle Entengeräusch
                   mit Glasschüssel, Wasser ca. 1,3 cm
                   unter Rand gefüllt.
                   Sprecher hält ganzen Brotleib
                   – nur scheinbar eintunkend – darüber.
                   Es folgt keine Information, warum der
                   Brotleib weder geschnitten noch
                   angerührt ist. Er ist unversehrt zur
                   Starre gekommen – als
                    gäbe es den Hungrigen nicht.

                   Die Weichwerdung des Brotes dauert
                   schließlich sehr lange, Tunken wäre
                   ein kurzer Vorgang, doch der Prozess
                   Hier und Heute – Bedarf der…
                   Kondition.
                        Während des Sprechens:
                        Arme wechseln – sonst:
                                              Enten-
                                              Muskelkater)

Früher hat man mir gesagt, du musst das Brot brechen. In kleine Stücke – das ging sogar bei Trockenbrot, wenn es maschinell in Scheiben geschnitten war, sehr gut. Fast zu gut. Aber ich hab es vergessen! Man muss das Brot besser brechen, solange es frisch ist und gut bekömmlich. Dann schmeckt es. Alles ist dann intensiver – außer das Entenfüttern, aber für die Enten ist das Brot sowieso ungesund; sagte man mir (neuste Erkenntnis!).


[un-(nötiger) Abgesang:

Bestenfalls auf Entisch vortragen inkl.
flatterndem Geschnatter.

Während des Vortrags Brot ausspeien wie ein
Drache das Feuer! (Heureka, 2017)

[Folgendes Gleichzeitig]

Sprecher 1:
Schade eigentlich, wenn die Kinder heute keine Enten füttern, können sie später gar nicht denken, sie wären Enten, die sich etwas Gutes tun und aus Langeweile statt Not am trocken Brot lutschen.

Sprecher 2:
Es geht nichts über Enten, aber wenn man das Brot teilt mit den Jüngern, dann sind alle ganz satt und fressen sie nicht, die Enten vom Teich – gleich in die Friteuse.

Sprecher 3:
Halt endlich die Klappe.

Sprecher 4:
Genau, Du versaust mir den Abschuss!

[Gleichzeitig Ende]

***
Kurze Stille
***

Ende]

Anmerkungen

  1. Nur manchmal. Der Sprecher kokettiert hier keinesfalls mit einer vegetarischen oder gar veganen Lebenshaltung zur Besserung des Welthungers, -klimas und -friedens. Es ist alles nur ein kurzes Spiel zur Erheiterung an einem Sommertag – und ja: es duftet nach gebratenem Fleisch. Hmmm…