Grafik Masse (21. November 2017)

Ich habe heute ein paar spannende Worte gelesen
ein Thema, das mich schon länger beschäftigt
es geht um das Verhältnis von Masse
wie verhalten sich Quantität und Qualität
in Individuum und Kollektiv
wie werden Urteile gefällt
was ist gut?
was ist schlecht!
was ist überhaupt.

Das ist für mich die ganz zentrale Frage:
strebt der Mensch wirklich nach Individualität
Sein mit den anderen, ein bisschen wie sie
und doch anders und ganz besonders
ist nicht gerade das Bedürfnis dieser Zeit
die besondere Aufmerksamkeit zu bekommen
die einem kaum einer noch wirklich schenkt
weil alle in Überforderung vergessen
dass Qualität in der Begegnung von Du und Ich
einfach geschenkt werden kann
ganz ohne Konsum – ganz ohne Kapital.

Wenn wir aber verlernen, mit den anderen zu sein
und gleichzeitig wie die anderen sind, mit ihnen
aber keiner merkt es so richtig, weil wir alle
schauen doch irgendwie auf uns und spenden
ein bisschen zu Weihnachten und je nachdem
was der Steuerberater einem rät
gründen die Stiftung, zum eigenen Vorteil
Vermarktung der eigenen Marke
ganz selbstlos Liebe schenken
unter Bedingungen eines Zuhälters
der seine Mädchen an der Leine hält
damit die Kasse klingelt, wenn
der Liebesdienst sich lohnt.

Diese Tage sind befremdlich
und in der Wunde bohren tut weh
weil die Wunde an erster Stelle immer
– die eigene ist.

Dabei wäre die Idee ganz einfach
wir akzeptieren die Freiheit unter einer Bedingung
Frieden im Miteinander und im Erkennen
dass die einzige Gleichheit in uns
die Andersheit ist, auch
wenn wir uns immer wieder gleichen
doch nie alle.

Nicht ein Gespenst geht um
in Europa

Es sind viele
in der Welt.

 

(Bild am 21. November 2017)

Text & Audio

Prolog

Ich wollt‘ eigentlich nie
nie mehr su singe
ming, dat ist hück
en ander Sproch
Kölsch dat fällt mir
immer su schwer
doch dä eine Versoch
dä broch ich noch

1. Strophe

Ich sing vun der Stadt und der Freiheit
die dä Unterschied kennt
die jedes Klischee
im Name benennt
wir sind für Freiheit und ganz bestimmt
mehr Toleranz
mir han hier kein‘ Künig
nur ’ne Prinz der gern kütt
mit Bauer und Jungfrau
und ganz schön viel Glück
kütt der Köbes mit’m Kranz
und mäht us all he verückt

Doch et Fummle bliev he
’ne feste Begriff
Bütze is
en Institution
mir han Regele die han
Papier nie gesinn
und sind joot wie Gesetze
geschrieve am Rhing

2. Strophe

Mir han Achtung für jedem
Jeck op d’r Stroß
mir han Achtung für dem
wat Du sonst su mahst
wenn der andere nit will
und Du jangst dafür
da halte mir still
und singe mit Dir
vun d’r Stadt und der Freiheit
die dä Unterschied maht
die Knüppele nit kennt
und Künige verlacht
die Stadt und die Freiheit sind größer als mir
die Stadt und die Freiheit
da gang mir dafür

3. Strophe

Ich sitz am Ufer vom Fluss
der diese Stadt trägt
hab den Blick op d’r Dom
der dä Unterschied mäht
und mein he wör noch Platz
für eh bisschen mehr Hätz
hör nit op all dat dumpfe Geschwätz
he hätt jeder sing Story
sing Läve gelävt
und dat is wat he
die Grundlage legt
für
die Stadt und die Freiheit
die dä Unterschied mäht
mir lache und kriesche
und et wird dabei spät
in der Kneip op d’r Eck
im Club auf’m Ring
auf’m Platz, im Park
im Sunnesching
und wenn ens regnet
kennt man he kein Verdruss
außer einer, der nichts mäht
nichts mäht, außer Stuss

4. Strophe

Die Stadt ist die Freiheit
die dä Unterschied macht
die nie im Läve Dich danach fragt
woher Du kommst
wohin Du willst
et schönste ist wenn Du he dä Augenblick föhlst
in der Stadt mit der Freiheit / die Stadt ist die Freiheit
die dä Unterschied macht / die dä Unterschied macht
in der jeder Jeck / die nie im Läve
mit dem andere lacht / Dich danach fragt
die Stadt ist die Freiheit
die dä Unterschied macht
die nie im Läve Dich danach fragt
woher Du kommst
wohin Du willst
et schönste ist wenn Du he
dä Augenblick föhlst

Bemerkung

Ich habe diese Seite gut zwei Jahre nach dem Lied erstellt. Es ist kein perfekter Song und kein perfektes Kölsch. Darum geht es aber ein bisschen auch in dem Lied, dass man sich etwas traut: Man traut sich selbst mit der Konfrontation, dass man gewisse Dinge nicht so gut kann und auch selbst fremder in der eigenen Stadt oder im eigenen Land ist, als einem lieb ist. Gleichzeitig fühlt man sich verbunden über gewisse Dinge, die man direkt aus dem Herzen holt und die man sonst gar nicht so genau sieht. Zwischen beiden Polen agiert der Track. Er ist vor zwei Jahren zusammen mit einem Pamphlet erschienen, das zum Text dazu gehört.

Erschienen als Single

Am FlussClemens Fuhrbach - Am Fluss (Artwork, Grafik)

4. 9. 15

Über den Schatten

Ich bin kein Held, die Chance vertan, nicht weiter schlimm und bin doch gewillt weiter Anschluss zu suchen wegen mir, wegen uns, wegen mir, vielleicht auch wegen dir. Vielleicht? Nein, ganz sicher, aber kennen werde ich dich nie, kenne mich ja selber nie wirklich, zu wenig zumindest. Können wir beide uns irgendwann trennen, weil wir uns zu gut kennen? Wir kennen uns doch nie, weil wir uns immer besser in Unkenntnis fanden und vielleicht eine Sprache nicht brauchten, weil es eine andere gab. Welche? Da bin ich mir gar nicht so sicher, deshalb fällt man auf die Gelernte zurück, in der die Worte dafür fehlen. Wenn du die falschen dann hörst, verstehst du mich trotzdem auf eine Art, die die deine ist und so immer bleibt. Spreche ich dann davon, Verständnis zu zeigen, kämpfst du um Sinn und Bedeutung, weil der andere Bereich in dir Ohnmacht und Angst ist, wie in mir und im eigenen Selbst, dass man selber nicht kennt will man sich doch zumindest den Glauben an die eigene Herrschaft bewahren, weil man die Angst fürchtet, sich zu verlieren. Nun: Fürchte DICH nicht, denn du bist wunderbar wie wir alle, wenn wir den guten Menschen suchen und immer wieder mal finden, ihn dann wieder vermissen und im Glück uns wieder begegnen. Es ist keine Schwäche, wenn man die Unsicherheit offenbart, weil wir alle sie tragen und doch manche bewusster. Die Aussage darüber macht es ein Stück weit bewusster ist aber (!) keine Heldentat, sondern einfach eine andere Art darüber zu denken, darüber zu sprechen – und das fällt genau hier wieder schwer, weil man über den Schatten so selten erhaben ist und es doch so oft gerne wäre: ein Zeichen von Größe – nur das ist der Trugschluss. – ENDE.

Foto Unsicherheit (28. August 2015)

Foto Unsicherheit (28. August 2015)

Meine Unsicherheit ist ein Fehlen
von Sprache in der Situation, die
mir so viel bedeutet – zumindest
glaube ich es und die Unsicherheit
ist ein Begreifen der Komplexität
des Bezeichnens was absurd
und paradox ist, weil das Eigentliche
hat klare Struktur und ist in Einfachheit
viele Jahre habe ich geschwiegen und
tue es immer noch gerne — Stille, Schweigen.

Wenn ich spreche, dann oft viel und
manches Mal zu viel, aber nur, mit
wichtigen Menschen. Dann verliere
ich die bewusste Steuerung meiner
Rhetorik. Die an der ich immer und
überall zu arbeiten scheine, weil es mir
hilft im manchmal mir so schwer fallenden
Umgang mit den Menschen meiner Umwelt
die mich doch meist nicht verstehen, so lange
ich diese meine Welt nicht verlasse.

Sprechen ist nicht bloßes Gerede, sondern
Sprache ist mehr, ist Ausdruck, Pathos
meine Leidenschaft, weil es mehr ist, als
Reden und Schreiben, selbst, wenn
die anderen Dinge dilettantisch bleiben
treffen wir uns irgendwann nicht,
weil wir das gleiche Bezeichnen und
meinen uns so zu verstehen. Da ist
dann kein Blitz und kein Donner
und wir stehen nur vielleicht an
einem Fenster, aber wir sprechen und
schauen uns an und spüren das
emotionale Band, dem sich die Sprache
entzieht, die wir an uns dennoch so
schätzen. Und wir nennen das Liebe –
(zumindest wahrscheinlich.)

Foto In diesen Tagen

In diesen Tagen ändert sich viel
man hat den Eindruck
persönlich wie in der Welt
man geht mit, aber nie richtig
was ist schon ‚richtig‘ fragt man sich
dann, wenn man steht und atmet
und wenn man sich freut, dass man riecht
ES WIRD HERBST
Und es ist bescheidener als diese stille Typographie
Ganz bei sich und im A|anderen will man das Leben
nicht lassen, weil man sich gerade jetzt ja so vertraut fühlt.
Dann knallt die Peitsche und das Sklavenross folgt der Gewohnheit
Und auch ich gehe mit – muss (!) [?] !! – und in dem Zwang spüre ich
wieder so sehr, wie sehr ich lebe, wie sehr ich Dich liebe.

Deine Vorstadt feat. MF-Production – Schwarze Schafe (Schlaflos in Widdersdorf)

Text

Unter der Porta Nigra spielte ich ein einziges Konzert
Für ein einsames Mädchen, das mich seither begehrt
Es regnete in Strömen, doch es regnet nie genug
Damit man diesem einen Mädchen nicht mehr gut tut

Wir haben ein Schild aufgestellt
An der Stelle, wo wir uns trafen
Die Hunde haben gebellt
Umringt von weißen Schafen

Auch, wenn sich unsere Wege trennen
Wir werden uns immer kennen
Und wer uns gewaltsam teilt
Vergisst, dass diese Wunde immer wieder heilt

 

Erschienen auf

Foto DEINE VORSTADT - IMMER WIEDER ALTE LIEDER Deine Vorstadt – Immer wieder alte Lieder 


Deine Vorstadt feat. MF-Production – Schwarze Schafe (Schlaflos in Widdersdorf) (2015)

Weitere Versionen

Deine Vorstadt – Immer wieder alte Lieder – 6 – Schwarze Schafe (20:46)

Solo feat. MF-Production – Schwarze Schafe (Schlaflos in Widdersdorf) (Unplugged, 2017)

Deine Vorstadt feat. MF-Production – Schwarze Schafe (Schlaflos in Widdersdorf) (Live bei Köln.TV 2016)

Deine Vorstadt feat. MF-Production – Schwarze Schafe (Schlaflos in Widdersdorf) (Live im Beat:house, 2015)

Deine Vorstadt feat. MF-Production – Schwarze Schafe (Schlaflos in Widdersdorf) (Unplugged 2015)

Antizyklischer Frühling

Man erfährt erst über die Fremdheit, wie viel man nicht kennt oder anders machen muss.

Es ist nicht einfach so gesagt. Schon gar nicht erzählt. Wir haben uns oft getroffen, ich glaube es war ein – ein Dienstag. Ich war ganz anders und Du warst mir neu. Irgendwie kamen wir dennoch auf einen gemeinsamen Nenner. Eine dieser Aussagen der Mathematik, die den Alltag durchzieht. Auch bei den Menschen mit Mathe stets fünf ist das ein gängiges Bild. Warum auch immer. Was das heißt, weiß ich ja selbst nicht. Es ist eine Form des Hilfsbegriffs. Eine Substituente für das eigentlich Andere, um einmal im Fach zu bleiben.

Dass es dunkel war, trotz der sommerlichen Temperaturen, bemerkte man kaum. Die Leuchtreklame über dem Eingang warf ein Neonlicht auf Dein Gesicht. Es war das einer Unbekannten und ist es immer geblieben, denn man schreibt nie eine Geschichte nur über ein Mädchen. Mehr schreibt man die Geschichten über sich selbst. Als Autor ist man immer Narzisst und Egozentriker an erster Stelle. Man redet auch so viel über sich selbst und seine Welt, die überhaupt nichts Besonderes hat. Ich bin ein Wohlstandskind und so schmeckt meine Melancholie mehr nach unreifen Bananen, denn nach schimmelndem Brot. FirstWorldProblems ist der Begriff dafür in der neuen Welt, die digital ist. HashtagFWP. Wie Du in der Tür standest, mit der Tasche über der Schulter, neben Dir die Freundin, das war mehr als ein Schlagwort, wobei der Schlag in unikalen Momenten doch immer durch den Körper fährt. Manchmal merkt man es gar nicht, aber Vater Zeus hat immer noch was im Köcher. Köcher, Moment mal, das war doch Armor. Armor war an diesem Abend aber wo anders. Wir standen auf der Schwelle „Zum Goldenen Schuss“, aber der Wirt war ein unfreundlicher Mensch und wir waren schon längst nicht mehr nüchtern. Es war kurz nach halb elf, als wir vor der Tür spielen wollten. Das geht in keinem Wohngebiet hier in Deutschland. Da kommen Ordnungsamt, Polizei oder aufmerksame Bürger oder gleich alle zusammen. „Das fällt auf uns zurück“, sagte der Junge, fast Hipster, auf jeden Fall jemand, der was zu sagen hat und er fuhr fort: „Geht doch bitte woanders spielen.“ Mein Vorschlag, wir könnten ja zwei Lieder in der Bar spielen, wurde kalt abgewiesen, wobei ich den Aufseher mit einem provokanten Streicheln über den Bauch aus der Fassung bringen wollte. Es gelang nicht und uns war das auch zu dumm hier.

Es sagt einiges über die Musikkultur aus, wenn man lieber tote Bänder laufen lässt, als Menschen mit Gitarren, die scheiß Musik spielen, dafür aber ihr Leben geben würden. Wachstum und Leben hängen immer noch mit dem Verb leben zusammen. Egal, wir waren nicht premium und sind es bis heute nicht. Mit dem Kiosk-Bier in der Hand war der Abend noch lange nicht an das Ende gekommen. Das unbekannte Gesicht waren eigentlich zwei. Aber wie das immer so ist, man würdigt nicht alle entsprechend. Platz, Musik spielen, Ordnungsamt – um die Erzählung zu raffen. Wir sind in Deutschland, der Sommer ist kalt und der Regen ist dabei das kleinste Problem. Ich bin ja selber meist so ein Regelfeti. Das ist das eigentlich Schreckliche. Wenn man seinen eigenen Fetisch entdeckt und abartig findet, aber nicht so ganz. Es ist eine Hassliebe. Es ist gar keine Liebe, wenn ich so darüber nachdenke und ich habe auch keinen Fetisch, nur weil ich manche Regeln gutheiße.

Die Wechselwirkung der Gedanken war an dem Abend, als das Neonlicht auf ihr Gesicht schien, ganz kurz vergessen. Alles war ganz kurz anders und die Europa herrschte mehr als ihr Mythos. Während Armor also Fernost war (so spricht man im Ghetto, wenn man erzählt, dass er einen Urlaub im Fernen Osten gemacht hat), die offiziellen und inoffiziellen Aufseher sich die Klinke in die Handgaben, obwohl keine Türen in Sicht, und als wir versuchten Musik zu machen, da begannen die surrealen Tage sich einmal mehr zu überwinden. Dass eine Steigerung möglich gewesen wäre, das hätte ich nicht geglaubt, aber in diesem kurzen Moment geht ein Blitzschlag durch wen oder was auch immer. Die Schwelle lässt uns nicht in den Raum gehen, sondern umkehren und wir gehen zum Kiosk kaufen Bier und was danach passiert, ist alles gesagt oder nicht zu erzählen. Nicht, weil es gegen ein Protokoll ginge, Geheimnisse enthüllen oder Menschen ins Verderben stürzen würde. Ganz bestimmt nicht.

Der Grund, warum man das eigentlich nicht erzählen kann ist viel einfacher. Es passiert so viel, wenn etwas neu ist und alle Worte die ich kannte oder kenne entstammen der Gewohnheit. Es ist alles Bekanntes und doch sind die Momente der kurzen Alterität so anders, so fremd. Man erfährt erst über die Fremdheit, wie viel man nicht kennt oder anders machen muss. Lieber Leser, an dieser Stelle muss ich um Entschuldigung bitten: Ich habe mich verloren. Eigentlich wollte ich eine ganz andere Geschichte erzählen. Viel einfacher und dann stürze ich immer wieder in dieses Nichts. Die Sprachlosigkeit und meine ganz persönliche Krise, dass ich die Worte nicht finde oder wenn, dann nicht gut. Ich will es noch einmal versuchen.

Also: Als ich Dich traf, es war auf der Schwelle „Zum Goldenen Schuss“, da war die Tage zuvor schon sehr viel passiert. Alles zu erzählen muss ich an anderer Stelle versuchen. Es fühlte sich dennoch alles so surreal an und ich war nach Jahren des Zweifelns endlich aus einem Tal der Suche im Aufstieg begriffen und musste feststellen, dass ich anscheinend immer nur auf einen der Berge gestarrt hatte. Und dieser Berg war nun nicht der, den ich besteigen sollte. Meine Berge sind blanke Phantasie, alle anderen – sie sind noch viel phantastischer. Als ich dann das Mädchen auf der Türschwelle sah und wusste: das ist Europa, da hatte ich keine Gedanken wie Macht und Besitz, schon gar nicht Gewalt. Ich bin auch nicht der Vater der Götter. Schon gar kein Grieche.

Dennoch verhielt sich das Ganze als Überraschung, von der ich insgeheim wusste, die mir aber dann doch frischer erscheinen sollte, als ich es hätte denken können. Das ist das Leben, denke ich Tage später, aber da sind wir noch nicht. Es gibt noch ein paar Dinge zu erzählen, denn wir verließen den Schuss, ohne darin gewesen zu sein. Gingen zum Platz und spielten Musik. Landeten im Stiefel ganz kurz und fuhren dann als Gruppe nach Hause. Noch bevor wir die Betten erreichten, sangen wir an der U-Bahn-Haltestelle, mitten in der Nacht war das mehr Kapelle als Kalk. Dann waren auch wir müde und schliefen schnell ein, wenn nur kurz. Du warst früh weg und ich kurz danach. Als wir uns abends wieder begegneten, war ich schon zu Hause und öffnete die Tür. Du sagtest: „Was war das denn?“ und fandest die richtigen Worte, ich wusste was sie meinen und kann es einfach so nicht schreiben, wie es wirklich war.

Bild Googeln

Bild Googeln
Du googelst mich
Ich googel dich
Doch wer wer ist
Weiß Google nicht
Wer sucht
Der findet
Googelt
Nicht

P.S.: Vielleicht weiß Google doch wer wer ist, doch dann wissen wir es nicht :)

Zeichnung Frühling (21. November 2017)

Zeichnung Frühling (21. November 2017)Wenn der Frühling kommt
bin ich gegangen
nicht in eine andere Stadt
nur in ein anderes Haus

Ein anderes Haus ist
wie ein neues Aquarium

Willy und Johnny (Artwork, 2010)

Willy und Johnny

Text

Es ist Donnerstag, halb 8
wir haben uns wieder aufgemacht
die Zelte eingepackt
ein letzter Gang zum Supermarkt

Die Autobahn ein Highway
ins weltbekannte Nowhereland
das man das eine Mal im Jahr 
nicht mehr wiedererkennt

(Ne, was ist denn hier los? – diese Jugendlichen!)

Denn es zischt über’s Feld 
das Bier spritzt aus den Dosen 
Stühle vor dem Zelt
dreckverschmierte Hosen
Hurricane wir sind da
Hurricane wir sind da 
Hurricane wir sind da
genau wie letztes Jahr

Das Bändchen am Arm 
die Sonne im Rücken
tragen unseren Hausrat
zur Not auch auf Krücken

Tittytwister, Tetra-Pak
die Band, die man liebsten mag

Tba., tba., wir sind extra für euch da!
tba., tba., wir sind extra für euch da!

Nachts nach dem Konzert
vorbei am umgekippten Dixie-Klo
fragt Willy plötzlich: 
„Johnny, sag mal wo – ist eigentlich unser Zelt?“

Wo ist unser Zelt
wo ist unsere Fahne
wo ist unser Zelt
hatten wir ’ne Fahne?

(Egal, scheiß der Hund drauf!)

Willy und Johnny, macht euch keine Sorgen
wartet einfach ab, bald ist Montagmorgen
und es zischt über ’s Feld 
das Bier spritzt aus den Dosen 
Stühle vor dem Zelt
dreckverschmierte Hosen
Hurricane wir sind da
Hurricane wir sind da 
genau wie jedes Jahr

Und Willy und Johnny 
streunen über ’s Feld
bis der Pfandpirat am Montag
ihre Dosen zählt

Erschienen auf

Willy und Johnny (Artwork) Willy und Johnny


Vorstadt - JUNG+zerbrechlich (Artwork) Vorstadt – JUNG+zerbrechlich

Vorstadt - Willy und Johnny 20,12 (Artwork 1, Grafik) Vorstadt – Willy und Johnny 20,12

Weitere Versionen

Vorstadt – JUNG+zerbrechlich – 11 – Willy und Johnny (39:00)

Vorstadt – Willy und Johnny 20,12