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Jeden ganzen Meter – 9 – Kettcar, Im Taxi weinen (31:31)

Text

Dass die Zeit sich so beeilt
fällt auch mir ganz langsam schwer
weil man eigentlich doch immer nur
immer noch gern zwanzig wär

Da sind noch so viele Fragen
und noch mehr sind nicht gestellt
ich mein, wann erklärt sich eigentlich 
die gottverdammte Welt

Ich mein, ich war nie Balu der Bär
Audrey Hepburn war noch gleich wer
ich bekenne noch ein Defizit
weiß noch immer nicht
wo Wanne-Eickel liegt

Doch es kommt mir alles so vor
als wäre es ein einfacher Sommer
es kommt mir alles so vor
als wäre es noch längst nicht vorbei
und als die Sonne aufgeht
im Osten oder Westen hörten wir
Kettcar, Im Taxi weinen
wir wussten beide nicht wo es langgeht
doch die Schönheit der Chance hat uns geführt

Die Zeit geht schneller als sie kam
ich kam nie wirklich hinterher 
mit dem Lösen des Rätsels 
ey, das hier ist auch wirklich schwer

Ich mein, ich war nie mit in New York
vielleicht war das gerade klug
wie meinte man wohl „wird schon gut“
als man die Koffer aus der Wohnung trug

Das kommt mir alles so vor
als wäre es ein einfacher Sommer
es kommt mir alles so vor
als wäre es noch längst nicht vorbei
und als die Sonne aufgeht
im Osten oder Westen hörten wir 
Kettcar, Im Taxi weinen 
wir wussten beide nicht wo es langgeht 
doch die Schönheit der Chance hat uns geführt

Ich mein, ich war nie Balu der Bär
Audrey Hepburn war noch gleich wer
ich bekenne noch ein Defizit
weiß noch immer nicht
wo Wanne-Eickel liegt

Es kommt mir alles so vor
als wäre es ein einfacher Sommer
es kommt mir alles so vor
als wäre es noch längst nicht vorbei
und als die Sonne aufgeht
im Osten oder Westen hörten wir 
Kettcar, Im Taxi weinen 
wir wussten beide nicht wo es langgeht 
doch die Schönheit der Chance hat uns geführt

die Schönheit der Chance hat uns geführt
die Schönheit der Chance hat uns verführt

 

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Jeden ganzen Meter – 8 – Es ist nicht vorbei (27:53)

Text

Zweitausend und eine Stunde
hab ich gewartet
dass irgendwo, irgendwann
der Abgesang startet

Denn wenn Du dann dabei bist
ist mir doch egal
ist das hier noch Sylt
oder schon Uckermark

Denn was uns verbindet
ist was uns berührt
was uns des Nachts
in die Dunkelheit führt

Weil man immer weiter geht
auch wenn man nichts mehr sieht
und trotzdem versteht
was da blind geschieht
es ist noch immer nicht vorbei
noch immer nicht
noch immer nicht
noch immer nicht vorbei

Im Unterholz
wühlt ein Ungetüm

eine Kreatur
ganz schön ungestüm

Doch was uns verbindet
ist was uns berührt
was uns hinaus
in die Dunkelheit führt

Weil man immer weiter geht
auch wenn man nichts mehr sieht
und trotzdem versteht
was da blind geschieht
es ist noch immer nicht vorbei
noch immer nicht
noch immer nicht
noch immer nicht vorbei

Und wir sitzen hier im Junimond
ich weiß, wie ein König wohnt
ich kenne auch die Gespenster
dort unten am Fenster
warten wir im Neonlicht
ich sehe Deinen Schatten nicht
doch insgeheim, da weiß ich ganz genau
in Gedanken bist Du genauso frei wie ich

Weil man immer weiter geht
auch wenn man nichts mehr sieht
und trotzdem versteht
was da blind geschieht
es ist noch immer nicht vorbei
noch immer nicht
noch immer nicht
noch immer nicht vorbei

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Jeden ganzen Meter – 7 – Jeden ganzen Meter (24:16)

Text

Ich hab tausend Mal gefragt
wie es wohl weitergeht
ich hab tausend Mal gewartet
dass irgendwo, irgendwas mal stillsteht
doch das tut es – nie

Du bist immer noch sehr schön
in meinen Augen
ich mag in Deinen Augen
das Alter gerne sehen
wenn wir stillstehen
und uns ansehen

Und jeden Zentimeter würde ich noch mal gehen
und jeden ganzen Meter würde ich noch mal so hier stehen
und Dich ansehen
wenn wir stillstehen

Ich hab tausend Mal gefragt
wohin die Reise geht
ich hab nächtelang gesucht
ob was geschrieben steht
und nichts gefunden

Du bist immer noch bei mir
in meinen Armen
ich mag in Deinen Armen
die Wege gerne gehen
die wir nicht sehen
wenn wir stillstehen
und uns ansehen

Und jeden Zentimeter würde ich noch mal gehen
und jeden ganzen Meter würde ich noch mal so hier stehen
und Dich ansehen
wenn wir stillstehen

Jeden Zentimeter würde ich noch mal gehen
und jeden ganzen Meter würde ich noch mal so hier stehen

Du bist immer noch sehr schön
in meinen Augen
ich mag in Deinen Augen
das Alter gerne sehen
wenn wir stillstehen
und uns ansehen

Und jeden Zentimeter würde ich noch mal gehen
und jeden ganzen Meter würde ich noch mal so hier stehen

und Dich ansehen

Jeden Zentimeter würde ich noch mal gehen
und jeden ganzen Meter würde ich noch mal so hier stehen

und Dich ansehen

Jeden Zentimeter würde ich noch mal gehen
und jeden ganzen Meter würde ich noch mal so hier stehen
und Dich ansehen
wenn wir stillstehen

 

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Jeden ganzen Meter – 6 – Adieu (18:35)

Text

Wir haben es gewusst
aber nicht geglaubt
es eifrig verdrängt
und darauf vertraut

Wir haben spekuliert
dass da ein Ausweg ist
wir haben es gehofft
dass man irgendwo die Zeit vergisst

Weißt Du noch als wir uns
am Busbahnhof trafen
konnten nächtelang
gemeinsam nicht schlafen
ich seh Dich immer noch
lieblich wie beim ersten Mal
ich seh Dich immer noch
als hätten wir die andere Wahl

Ich will ein letztes Mal
Deine Stimme hören
ich will ein letztes Mal
in Deine Augen sehen
ich will ein letztes Mal
Deinen Atem spüren
ich will ein letztes Mal
Deine Hände berühren
bevor Du gehst
sag leise adieu

Du schaust in Augen
die nicht in diesen Raum gehören 
Du hinterlässt Spuren
die nicht mehr zurück zu Dir führen 
bitte lass mich nicht allein 
ich folge Dir auf Schritt und Tritt
ich weiß auch, dass das feige ist
doch was kommt wenn unser
 Schlussakkord verstummt

Ich will nur ein letztes Mal
Deine Stimme hören
ich will nur ein letztes Mal
in Deine Augen sehen
ich will ein letztes Mal
Deinen Atem spüren
ich will ein letztes Mal
Deine Hände berühren
bevor Du gehst
sag leise adieu

Weißt Du noch als wir uns
am Busbahnhof trafen
konnten nächtelang
gemeinsam nicht schlafen
ich seh Dich immer noch
lieblich wie beim ersten Mal
ich seh Dich immer noch
als hätten wir die andere Wahl

Ich will ein letztes Mal
Deine Stimme hören
ich will ein letztes Mal
in Deine Augen sehen
ich will ein letztes Mal
Deinen Atem spüren
ich will ein letztes Mal
Deine Hände berühren
bevor Du gehst
sag leise adieu

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Jeden ganzen Meter – 5 – Glück (13:16)

Text

Ich war nie ein großer Spieler
dafür spiel ich immer noch sehr gern 
gegen die große Lust am Gewinnen
kann auch ich mich manchmal nicht wehren

Hatte nie Spaß am großen Geld
doch wenn wollte ich es vermehren
aus der Gier gab es kein entrinnen 
ich hatte Angst alles zu verlieren 

Doch alles was eigentlich zählt
fällt mir plötzlich wieder ein 
und ja, das ist irgendwie spät
und scheint doch so einfach
 gewesen zu sein

Zyklisch geht Ökonomie zugrunde
danach gehen wir steil bergauf 
wenn du dann immer noch dabei bist
hab ich das richtig provoziert
ich habe alles in diesen einen 
Nachmittag investiert
alles auf rot gesetzt 
und die Spielregeln trotzdem verletzt
denn im Hoffen auf das richtig große Glück
 hatte ich stets zu viel Pech

Das Geld, das ich nie besaß
war alles nur geklaut 
weil man ohne Kapital 
die schönsten Luftschlösser
 baut

Denn alles was eigentlich zählt
ist die letzte Flasche Wein 
und alles was eigentlich zählt
ist damit nicht alleine
 gewesen zu sein

Zyklisch geht Ökonomie zugrunde
danach gehen wir steil bergauf 
wenn du dann immer noch dabei bist
hab ich das richtig provoziert
ich habe alles in diesen einen 
Nachmittag investiert
alles auf rot gesetzt 
und die Spielregeln trotzdem verletzt
denn im Hoffen auf das richtig große Glück
 hatte ich stets zu viel Pech

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Jeden ganzen Meter – 4 – Bedingungslos (9:36)

Text

Weil sich nicht mehr zu verlieben
nicht die Option ist
muss man Konsequenzen tragen
über die man nicht Herr bleibt

Vielleicht bin ich zu eitel
vielleicht aber auch nicht
ich bin auf jeden Fall sehr stolz
bleib Emotionsfaschist

Wenn ich spreche, dann zu viel
oder eben nicht
und vielleicht ist unser Fehler
dass das genauso bei Dir ist

Aber wenn man morgens aufwacht
traust noch immer nicht dem Gefühl
Du kannst es kaum glauben
dass das so einfach gehen kann
wenn man morgens aufwacht
traust noch immer nicht dem Gefühl
Du bist bedingungslos nicht allein

Unser verschwiegenes Sprechen
hält wie ein festes Band
weil man die Stille zu durchbrechen
immer unerträglich fand

Wenn ich spreche, dann zu viel
oder eben nicht
und vielleicht ist unser Fehler
dass das genauso bei Dir ist

Aber wenn man morgens aufwacht
traust noch immer nicht dem Gefühl
Du kannst es kaum glauben
dass das so einfach gehen kann
wenn man morgens aufwacht
traust noch immer nicht dem Gefühl
Du bist bedingungslos nicht allein

Bedingungslos nicht allein
Du bist bedingungslos nicht allein 

 
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Jeden ganzen Meter – Paris (Video)

Text

Wir waren fast zusammen
wir waren fast in Paris
wir sind nie dort angekommen
was auch Teil der Wahrheit ist

Wir waren fast unendlichen
wir waren kurz vor dem Zenit
wann hat der Verfall begonnen
wann kommt wer wo nicht mehr mit

Ich hab die Stadt in die Trümmer zerlegt
die sie verdient hat
ich hab sie unbemerkt – schöner gemacht
ich hab die Dinge gesehen
die man vorher vermisst hat
ich hab mich nie – so für was geschämt

Wir waren fast unendlich
unendlich lange unterwegs
wollten jeden Feind bekriegen
dass am Ende der Triumphzug steht

Wir waren fast zusammen
wir waren fast in Paris
wir haben diese Stadt besungen
weil das das Rätsel löst

Wir waren fast zusammen
wir waren fast in Paris
wir sind nie dort angekommen
weil das die Wahrheit ist

Wir waren fast unendlich
unendlich lange unterwegs
wollten jeden Feind besiegen
dass am Ende der Triumphzug geht

mein Kind ist ein Wohlstandssohn

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Weitere Versionen

Jeden ganzen Meter – 3 – Paris (6:24)

Jeden ganzen Meter – 12 – Paris Piano Version (40:40)

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Jeden ganzen Meter – 2 – Virginia (2:43)

Text

Virginia, warum hast Du mich verlassen
Virginia, warum bist Du nicht mehr hier

War das alles was Du brauchtest
Virginia, ich habe keine Angst mehr vor Dir 

Ja, ich bin ein Wohlstandskind
ja, das ist ein Wohlstandsbauch
trage alles was der Wohlstand braucht
bedeutungsschwanger bin ich auch

Mein Kind wird sie ändern
mein Kind wird alles ändern
mein Kind küsst die Revolution
mein Kind ist ein Wohlstandssohn

Virginia, warum hast Du mich verlassen
Virginia, warum bist Du nicht mehr hier
War das alles was Du brauchtest
Virginia, ich habe keine Angst mehr vor Dir 

Und ja, wir sind von guten Eltern 
ja, das hier ist dreifach schön 
schau wir sind fast wie die Giganten
lass uns wie Giganten untergehen

Zuerst kam der Blitz
wann kommt der Donner
ich habe gewartet
den ganzen Sommer

Mein Kind wird sie ändern
mein Kind wird alles ändern
mein Kind küsst die Revolution
mein Kind ist ein Wohlstandssohn

Virginia, warum hast Du mich verlassen
Virginia, warum bist Du nicht mehr hier
War das wirklich alles was Du brauchtest
Virginia, ich habe keine Angst mehr vor Dir 

Mein Kind wird sie ändern
mein Kind wird alles ändern
mein Kind küsst die Revolution
mein Kind ist ein Wohlstandssohn

mein Kind kennt die Revolution
mein Kind ist ein Wohlstandssohn

mein Kind küsst die Revolution
mein Kind ist ein Wohlstandssohn

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Weitere Versionen

Jeden ganzen Meter – 11 – Virginia Piano Version (38:47)

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Jeden ganzen Meter – 1 – Ein gutes Jahr

Text

Es ist ein gutes Jahr
um sich zu verlieben
sagt der Hase zu dem Igel
und die Katze trägt die Maus
auf dem Rücken

Extravagant
Extragalant
Extraterrestrisch
ist dieses Land:
Utopia

Denn auch in fabelhafter Harmonie
verändert sich das Grauen nicht
und wird’s im Hunger mal ganz knapp
bricht der Schalk dem Rammler
das Genick

Das Bild der schönen Seele ist längst tot
die Abendsonne scheint, sie scheint
sie scheint blutrot

Und wir laufen über
mitten im Gefecht
Kollision
wird Explosion
Absolution
verpasst

Das Bild der schönen Seele ist längst tot
die Abendsonne scheint, sie scheint
sie scheint blutrot

Und dann geht die Sonne langsam wieder auf
auf die Lichtung tritt ein röhrender junger Hirsch
(und dann geht die Sonne langsam wieder auf)
und die Jagdgesellschaft schießt

Das Bild der schönen Seele ist jetzt tot
die Abendsonne scheint, sie scheint
sie scheint blutrot.

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Portrait Paris (Foto)

Liebe Freunde,

es ist lang geworden, daher hier zunächst der Link

und die

Kurzfassung:
06.12. „Paris“ als Single und Video online, ab 12.12. Album „Jeden ganzen Meter“ vorbestellen bei iTunes oder direkt als Digipak (15,- inkl. Versand; vorerst nur per E-Mail an mail@clemensfuhrbach.com). Es ist alles solo, indie und ganz minimalistisch, mit fast keinem Budget und großem Herzen entwickelt und produziert. Das Ergebnis ist mehr als gut hörbar und ein echtes Gefühl von Glück.

Langfassung:
Für mich gehen ein spannendes Jahr und eine ereignisreiche Zeit zu Ende. Nachdem ich im Mai meine Examensarbeit abgegeben und im Juni mein Studium nach langem hin und her dann doch noch beendet habe, habe ich mich ein paar Wochen lang in meinem Studio in der Vorstadt hingesetzt und überlegt: Was war eigentlich vor zehn Jahren der Grund, dass du damals angefangen hast, eigene Lieder zu schreiben und Musik zu machen?

Die Antwort hatte ich relativ schnell gefunden: Es war einfach die richtige Zeit, Indie war das passende Gefühl und eine echte Signatur unserer Jugend. Ich hatte gute Leute um mich herum, wir erlebten Dinge, die uns für Momente zu Riesen machten und einen heute zum melancholischen Nostalgiker werden lassen, weil man feststellt, dass sie schon fünf Jahre oder länger hinter uns liegen. Doch so schön alle rückwärtsgewandte Erinnerung auch ist – es sind auch Jahre der Entwicklung, die ins Land ziehen und die eigene Perspektive für Vergangenheit und Zukunft erst zu einem richtigen Gefühl werden lassen. Ein Gefühl, für das es ein Wort gibt: Glück.

Ich beschloss also im Frühsommer, dem ersten einen zweiten Einschnitt an die Seite zu stellen und fing an, unter dem Titel „Jeden ganzen Meter“ ein Album zu schreiben, das sich musikalisch und inhaltlich bewusst in eine Auseinandersetzung mit den Erfahrungen des deutschen Liedguts begibt und gleichzeitig einen individuellen Weg zeichnet. Das Album wurde zum ständigen Dialog. Es entstanden neue Ideen und Lieder, aber auch einige Demos und Textbausteine aus der intensiven „Lernzeit“ fügten sich zu einem stimmigen Set aus 10 Liedern. Weil ich dieses Mal sehr persönlich schreiben und arbeiten wollte, beschloss ich früh, den gesamten Produktionsprozess selbst zu durchlaufen – ich wollte keine Kompromisse diskutieren und Termine koordinieren, sondern Musik machen – so gut ich es kann und so wie es der Geldbeutel erlaubt. Klar war auch schnell, dass es alles auf deutsch sein musste.

Ich fand nach der Schulzeit zur deutschen Sprache und stellte fest, dass die Arbeit mit Worten eine meiner stillen Leidenschaften ist, die mir jetzt erst bewusst wurde. Die Musik wurde für mich über die Jahre zum experimentellen Spielplatz und zum Medium der ständigen Reflexion und Auseinandersetzung. Dabei habe ich auch früh immer versucht, eigene Wege zu gehen und Positionen zu entwickeln, die manchmal etwas abseits lagen. Dies ist geblieben – ein Gefühl von Freiheit, das ich erst jetzt wirklich schätzen kann. Immer ein bisschen neben der Strecke stehend, habe ich einen Stil gefunden, der so ist, wie ich Musik machen will und wie ich es gut finde. Dieser Prozess der musikalischen Auseinandersetzung war immer auch von bedingungslosen Entscheidungen und Erfahrungen geprägt. In der polaren Spannung zwischen ständigem Verlust und Ertrag wird man zum gelassenen Jäger des Augenblicks und liebt, auch wenn es flüchtig ist, immer intensiver.

Von heute an ist mein Video zu „Paris“ online. Die Single gibt es u.a. auch bei iTunes, Amazon und Spotify. Ich wollte für den Track keine große Video-Produktion oder -Inszenierung an den Start bringen (wäre auch völlig gegen das Budget gewesen). Zwei Menschen, eine Kamera, eine Stunde Zeit und die Suche nach einem Ort für einen einzigen Schuss. Das ist das Video zu Paris, als bewegtes Portrait im Charakter eines statischen Bildes. Großer Dank geht dafür an meinen Kumpel MF-Production / Michael Feldherr, der 4 Minuten lang stillstand, keine Sekunde gelacht und kein Wort gesprochen hat. DANKE.

Ab dem 12.12. kann man mein Album „Jeden ganzen Meter“ auch bei iTunes vorbestellen. Wer vorher noch ein Geschenk für Weihnachten braucht, kann mir ganz einfach eine E-Mail schreiben. Es gibt ganz schicke Digipaks für 15,- inkl. Versand. Downloads machen sich unter dem Weihnachtsbaum einfach nicht so gut.

Danke für die gemeinsame Strecke bis hier hin. Es kommen noch ein paar Meter dazu!

Dein Clemens

P.S.:
Mitten im Sommer hat sich ein neues Projekt ergeben und so muss die Schule noch ein bisschen warten, weil ich doch noch mal zur Uni gehe und im eigenen Feld forsche, arbeite und am Ende hoffentlich etwas zu Papier bringe. Das ist total spannend und aufregend, und das Geldverdienen bleibt noch ein bisschen die existentielle Nebensache. Wenn’s zeitlich alles klappt gibt es auch bald wieder eine Seite mit ein paar Infos zum Projekt und einer Möglichkeit zum Download meiner Musik. Ich will versuchen, dieses Mal nicht wild Dinge zu posten, die einen zweiten Blick und einen Augenblick der echten Aufmerksamkeit verdient haben. Das Internet ist eh schon voll genug. Es bleibt spannend, der Weg auf der Suche nach dem Neuen zu provozieren und das gesammelte Erinnern immer wieder neu zu durchforsten.