06. Januar 2019

Aus den letzten Stunden des Tages –
Straßengedicht

Kalk
Kapelle
Straßenbahn
Linie 1
Statt 9
Andere Taktung?
Neuer Fahrplan…
2019
Sonntag!
ClickClickDecker
Hier fährt der richtige Zeitpunkt
Zitat im Original anders
Gleich Rudolfplatz
Dann zu Fuß weiter
Die Schuhe sind gezeichnet
Von Silvester
Roter Schnaps
Auf weißem Grund
Na…
Schön war’s
Mit Feuer
Feuerwerk
Irgendwo
In Otterlo
Lachsboys
Freunde
Freuen sich
Gemeinsam

In der Bahn
Werde ganz melancholisch
Kettcar
48 Stunden
Gestern
Heute
Morgen
Mein Herz ist immer
Halbvoll
Nie leer
Das ist das Gute
An der Geschichte
Die sich Leben nennt
Love A
Love Music
Meine Welt
Die Inhalte
Die Überschrift
Keine Ahnung
Aber mein Herz schlägt
Für Drama
Und Sucht
Extreme
Nacht
Bohemian
Stadt-po
Eise
Das Kino geht weiter
Ich lebe noch
2019
Ich atme deine Luft
Und bin unbestimmt
Glücklich.

#köln #kalk #kvb #olé #olé #strassenpoesie #straßenpoesie
#straßenbahn #poetry #poetry #gedichte#urbanlife #stadtleben #wozuwozu #werbinich #aufjedenfallnichtdu #werdasliestistdoof

 

Gerade ein Foto entdeckt. Fast genau ein Jahr alt. Müsste mal wieder ins Studio, ein paar Tage lang die Zeit vergessen und einfach nur ein bisschen Musik machen. Da liegen noch noch ’ne ganze Menge Ideen herum. Schon einige Zeit. Aufnehmen, produzieren und so. Da hätt‘ ich mal wieder Lust drauf. Weiter entwickeln. Dinge machen. Passiert gerade zu selten. Kommt aber wieder. Gibt noch andere Arbeit zu tun. Wichtige. Der Schreibtisch ist voll, wenn auch aufgeräumt (physisch), so liegen im Kopf immer noch ein paar aufgeschlagene Bücher und ein paar, die aus dem Regal rufen, um mir ihre Existenz zu vergegenwärtigen. Aber wie ein trainierter Vater, übe ich die Geduld.

Wir schreiben bald neue Songs mit der Band. Das wird ein gutes Jahr. Jetzt ist 2019. Wir haben einiges vor. Ich hab einiges vor. Mit Böll, mit der Musik, mit der Band und mit dem Schreiben. In Deutschland und bald schon wieder in Polen. Dieses Mal eine andere Stadt. Wir bleiben dran. Bald mehr dazu. Machen, machen -. Erst einmal den Anfang machen. Ab ins Fitness. Rudern. Den Gedanken teilen gerade viele. Ist ziemlich voll. Voller als sonst. Aber ich suche die Lücke. Wie sonst. Evolution leben… #Yay

Video

Original


Abschrift

1 | Außer Kontrolle

2 | Fühle mich nüchtern
wie lange nicht
ENTGIFTEN ist das
Programm nach Silvester

3| Das war mal eine
coole Band in den
2000ern, aber ohne
Hit und Erfolg
-> ein Schritt vor?
i. d. Abgrund fällt nur
wer sich vorher
nicht in Luft
auflöst
[vielleicht sing sie
noch solo
Memo an mich:
später googeln]

4 | Nüchtern betrachtet
ist es längst nicht mehr
1995 – mein Handy heißt
Smartphone und braucht
gar kein Modem . Kabel
natürlich auch keins
[-> Doch! Zum Laden (noch!!!)]
mein Handy heißt jetzt S8
das alte war so nüchtern, dass
es keinen Strom mehr vertragen
hat.

*** An dieser Stelle hat der Schreibende das Blatt gewendet. Man stelle sich dies hier analog vor. ***

5 | Niemand sagt, dass ein Gedicht einen Sinn braucht
– ein Leben aber schon. Brauchen wir beide… uns?
Na klar. Aber niemand sagt, dass man ein
Gedicht nur von oben nach unten schreibt.
Zettel und Display kann man ja wenden. Ganz einfach
und denken tut man sowieso meistens quer
und zu hoch im Format, dass am Af Anfang
das Ende steht, aber noch nicht. Es ist nicht
1995, ich vermisse so einiges von früher, bin aber
„not dead yet“ – nur halt digital, geteilt oder gespalten
vielleicht auch zerrissen. Ich suche gleich mal das Kabel…

*** Erneut wird an dieser Stelle das Blatt gewendet (ohne aber die Seite zu verlassen!). ***

7 | …um die digitale Hälfte zu laden

Dem aufmerksamen Leser ist nicht verborgen geblieben, dass in meiner Liste ein Nummer 6 fehlt. Ich habe daher die Silvester-Rakete damit nachträglich markiert (nicht auf dem Foto). Man stelle sich das Bild hier anstelle der 6 vor.  Auf dem Bild stelle man sich die 6 neben der Rakete vor. 

 

Foto Politischen Konjunkturen zum Trotz (2018)

Foto Politischen Konjunkturen zum Trotz (2018)

Knapp ein Jahr nach der Tagung in Kattowitz ist bereits der Sammelband erschienen. Neben den Beiträgen der Tagungsteilnehmer*innen finden sich hier auch ein Aufsatz von Ralf Schnell zu Zeit und Zeitgenossenschaft. Ein Essay zum 100. Geburtstag von Heinrich Böll sowie ein Beitrag von Bernd Balzer zu Die Suche nach dem AUTOR Heinrich Böll. Während Schnell die Veröffentlichung der Kriegstagebücher Manchmal möchte man wimmern wie ein Kind (Kiepenheuer & Witsch: Köln 2017) dazu nutzt, im Überblick noch einmal auf Aktualität Bölls und die umfassende Konzeption der Autorschaft insgesamt zu verweisen, zeigt Bernd Balzer auf, dass sich das öffentliche Bild und die Forschung im aktiven Wandel befinden.

Foto Politischen Konjunkturen zum Trotz (2018)

Dieser Wandel zeigt sich auch im differenzierten Spektrum des Sammelbandes. Kriegstagebücher, Katholizismus und die Kirche sind ebenso vertreten, wie kulturgeschichtliche Perspektiven zur Identitätskonstruktion und zur Fremdheitserfahrung. Einzelstudien zu Personenbeziehungen zwischen Heinrich Böll und Lew Kopelew, zu Paul Celan oder Horst Bienek werden diskutiert. Neue Perspektiven auf die sowjetische Rezeption und den polnischen Erinnerungsdiskurs entwickelt. Schließlich liefern Beiträge zum Irischen Tagebuch und zur Verfilmung von Das Brot der frühen Jahre umfassende Einblicke in das Werk in seiner gesamten Breite und transmedialen Verflechtung.

Publikation: Renata Dampc-Jarosz u. Pawel Zimniak (Hrsg.): Politischen Konjunkturen zum Trotz. Heinrich Bölls Wirklichkeitsrepräsentationen, V & R unipress: Göttingen 2018.

 

Dialogische Performanz

Aus ist dein Urlaub und die Laut‘ zerschlagen,
Nachts aus der stillen Stadt nun mußt du gehen,
Die Wetterfahnen nur im Wind sich drehen,
Dein Tritt verhallt, mag niemand nach dir fragen.

Ich bin auf dem Weg zurück ins Büro.
Müde und verschlafen fahre ich in die Stadt.
Mein Akku ist leer. Keine Musik.
Mit Muskelkater laufe ich eilig zur Arbeit.

Doch draußen waldwärts, wo du herstammst, ragen
Die Zinnen noch der goldnen Burg, es gehen
Die Wachen schildernd auf dem Wall, das Wehen
Der Nacht bringt ihren Ruf in’s Land getragen.

Man erwartet mich schon, was mich „rettet“, denn
ich trage keine Schlüssel mehr bei mir.
Raum, Zeiterfassung – geradeso pünktlich
Heute werde ich kündigen. Endlich.

Der Engel dort mit seinem flamm’nden Degen
Steht blankgerüstet noch, das Tor zu hüten,
Und wird dich mit den ernsten Blicken messen,

Der Hacker wartet schon auf seine Chance
Braucht keinen Schlüssel, fragt sich leise durch
und sagt: „Ich sehe was, was du nicht siehst!“

Die manches Herze schon zu Asche glühten;
Hast du Parol‘ und Feldgeschrei vergessen:
Weh! wo nun willst dein müdes Haupt hinlegen?

Die Kohle zerreist mich. Der Staub sitzt tief in der Lunge
   ich bleibe…
Der Hacker sieht mich und wundert sich
Ich hoffe auf Hilfe durch einen Trojaner.

 

Ursprüngliche Performanz

Aus ist dein Urlaub und die Laut‘ zerschlagen,
[Ich bin auf dem Weg zurück ins Büro.]
Nachts aus der stillen Stadt nun mußt du gehen,
[Müde und verschlafen fahre ich in die Stadt.]
Die Wetterfahnen nur im Wind sich drehen,
[Mein Akku ist leer. Keine Musik.]
Dein Tritt verhallt, mag niemand nach dir fragen.
[Mit Muskelkater laufe ich eilig zur Arbeit.]

Doch draußen waldwärts, wo du herstammst, ragen
[Man erwartet mich schon, was mich „rettet“, denn]
Die Zinnen noch der goldnen Burg, es gehen
[ich trage keine Schlüssel mehr bei mir.]
Die Wachen schildernd auf dem Wall, das Wehen
[Raum, Zeiterfassung – geradeso pünktlich]
Der Nacht bringt ihren Ruf in’s Land getragen.
[Heute werde ich kündigen. Endlich.]

Der Engel dort mit seinem flamm’nden Degen
[Der Hacker wartet schon auf seine Chance]
Steht blankgerüstet noch, das Tor zu hüten,
[Braucht keinen Schlüssel, fragt sich leise durch]
Und wird dich mit den ernsten Blicken messen,
[und sagt: „Ich sehe was, was du nicht siehst!“]

Die manches Herze schon zu Asche glühten;
[Die Kohle zerreist mich. Der Staub sitzt tief in der Lunge.]
[   ich bleibe…]
Hast du Parol‘ und Feldgeschrei vergessen:
[Der Hacker sieht mich und wundert sich]
Weh! wo nun willst dein müdes Haupt hinlegen?
[Ich hoffe auf Hilfe durch einen Trojaner.]

[Nacht, dunkle Straße. Abseits der Elektrizität. Irgendwann im September. Laub, Wind – leichter Nieselregen. Mann in zerrissenen Frauenkleidern spricht auswendig und zu sich selbst.]

Lustig auf den Kopf, mein Liebchen,1 [- bleib ruhig auf dem Boden, Junge.]
Stell‘ dich, [– Nein –] in die Luft die Bein‘! [Nein, heißt nicht das Gegenteil!]
Heißa! [- dann verbrennst Du Dich!]
ich will [nicht] sein dein Bübchen, [NEIN, mich verbrennst Du nicht.]
[„]Heute Nacht soll Hochzeit sein![“ , sagte er und fiel in den Graben.]

[Tagesanbruch. Jemand tritt auf und weckt die Stimme, die sogleich wieder zu sich redet.]

Wenn du Shakespear kannst vertragen, [kann ich besser als das Leben Du…]
O du liebe Unschuld du! [Erklär mir diese Kategorie an Dir.]
Wirst du mich wohl auch ertragen [Ist das schon ein Teil von ihr?]
Und noch Jedermann dazu. – [Ertrag Dich selbst, du armer Kerl.]

[Jemand schaltet eine Lampe an. Schaut langsam in die Dunkelheit des Zimmers. Langsam, ernüchtert beginnt eine trockene Stimme.]

[An sich bin ich weder gut noch schlecht; Dein Denken macht mich erst dazu und bleibt mein Gefängnis.]

[Licht aus. Ab.]

Anmerkungen

  1. Eichendorff

Ich war neulich im Auto unterwegs. Wir wollten kurz halten. Haben wir aber nicht; nicht geschafft. Wollten nach Hause. Unbedingt. Ich wollte trotzdem kurz, nur kurz fragen, wer in dem Haus wohnt und ob man sich vielleicht mal treffen könne. Jetzt oder in baldiger Zukunft, wenn wir wieder hier lang kämen. Aber die anderen1 sagten, das sei eine blöde Idee und sowieso sei hier nicht damit zu rechnen, dass man mit offenen Armen empfangen würde. Hier sei nicht das Land der offenen Haustüren und fehlenden Schlösser. Schlösser fehlten mir nie. Das stimmt.

Ich zweifelte und wusste, dass das Hier dünnes Eis war. Aber ich forderte vehement weiter, weil ich nicht sehr an der asphaltierten Richtung hing. Im Verständnis für Passivität als Notwendigkeit wünschte ich, etwas abseits zu sehen und etwas anderes zu probieren. „Die Entdecker, – sind ja auch ins Risiko gegangen“, warf ich ein und beide Personen im Auto schüttelten den Kopf. Sehr synchron, – übrigens. Mein Einwand, es ginge ja nicht um ›Amerika‹ oder ›Indien‹, sondern um „Deutschland” und das sei ja im Prinzip schon entdeckt, blieb unbeachtet. Nach einer Pause schob ich hinterher: „Schon oft übrigens“, aber wusste gar nicht genau, was ich meinte, wenn das Land immer fremd geblieben war.

Man müsse es vielleicht gar nicht ent- sondern nur auf-decken, so wie man sich morgens aufdeckt, bevor man aufsteht und Kaffee kocht, vielleicht eine Kleinigkeit isst und dann zur Arbeit geht. Auf meine Erweiterung2 sagte der Beifahrer, er frühstücke gar nicht, gehe aber zur Arbeit. Gerade deshalb frühstücke er auch nicht, damit er rechtzeitig vor den Kollegen da sei. Die würden „einige Zeit liegen lassen“, sagte er und meinte damit wohl den Umweg über die KITA. „Ich schaffe das gar nicht“, kam dann bestätigend vom Fahrer. Ich verwies diesen darauf, wie man es nicht schaffen könne, vor der Arbeit zu frühstücken, wenn man nicht mal einen Weg dorthin habe, weil man zu Hause sein Büro habe.

Die Antwort war der Bäcker, der vor einigen Wochen insolvent gegangen war. Das Backwerk war drei Minuten weiter, aber kein Grund, überhaupt aus dem Haus zu gehen und ohne Brötchen kein Frühstück. Essen war später dann der gute Grund: Als die Sonne unterging, hielten wir bei Burger King, was schließlich gar keiner war, sondern McDonald’s. Wir hatten zwar vor, bei Burger King zu halten, aber es kam einfach Kilometer weit keiner. Wir schimpften kurz über die Burger und ich aß auch gar keinen, sondern bestellte mir nur einen Kaffee, der groß größer war als erwartet. Dass es schon später Abend war, schien mir dabei nicht in den Kopf zu kommen und an Schlaf war wohl die nächsten Stunden nicht zu denken.

Ich ärgerte mich über die verpasste Chance und bemerkte nicht, dass die Frau, die meinen Kaffee zubereitete, die Tür vorhin gar nicht hätte aufmachen können, weil sie eben hier ihren Dienst tat. Ihr Mann war schon seit mehreren Wochen auf Montage und die Kinder „aus dem Haus“, was hier in der Regel bedeutete: In der Stadt, irgendwo, wo es größer ist und „Hauptsache was los!“ – In der Scheune standen noch fünf letzte Rinder, die „für Burger zu gut“ waren. So hatte es Heinz stolz gesagt, als er ging und nicht mehr wiederkommen sollte.

Hinweis an BM: Dieser Dialog ist keine Nacherzählung und frei erfunden. Ich bitte Dich (sonst fällt es ja niemandem möglicherweise auf) alle möglichen Parallelen nicht auf die Wirklichkeit zu übertragen.

Hinweis an mich: Dieses moralische Kalenderblatt habe ich in sozialen Medien geklaut. Wo und wann, das weiß ich gar nicht mehr. Ich denke auch nicht, dass es dort jemand vermisst. Was ich bemerkenswert fand, als ich die Geschichte las, war, dass der Schreiber wohl offensichtlich ein großes Mitteilungsbedürfnis für seine Geschichte verspürte. Natürlich wusste man nicht genau, ob (a) eine Belehrung durch die Fabel im Märchen erfolgt oder ob (b) die Handlung wirklich so geschehen war. Aber bemerkenswert erschien mir (c) wie offen er sprach. Seine Freunde mussten sich doch darin erkennen oder zumindest wissen, wer aus dem Freundeskreis gemeint sein könnte. Für die räumliche Empirie sprach, dass zu seinem Post Geo-Daten hinterlegt waren. Sie stimmten zwar nur in etwa mit der Erzählung überein, denn er brauchte ja eine Weile von der Fertigung des Fotos und Finden des passenden Filters bis zum Posten des Beitrags später im Restaurant, aber es wäre ein Leichtes gewesen, den Weg zum Haus zu finden. Das Haus an dem ich jetzt klopfe.

 

Anmerkungen

  1. sic!

  2. ›Amplificatio‹ sagen Experten dazu. Experten sind manchmal auch vom anderen Geschlecht oder Frauen. Das geht mich aber nichts an.

Ich habe 2 Hörner
Ich bin gar kein Einhorn1

Anmerkungen

  1. Reingefallen! Ich habe diesen Text nur geschrieben, um dich zu veräppeln und weil gerade alle Welt meint, überall Einhörner zu sehen. Woher der Drang danach kommt, auf der pinken Welle zu surfen – ich weiß es wirklich nicht. Aber es ist kindisch, absurd, ja – vielleicht ein wenig witzig. Aber es ist ein Herdenkomplex der globalen Masse, die ihre Verantwortung für das Tier verweigert, an den Wolf und die Großmutter glaubt. Glaubt; nur, um auf den Prinzen warten zu können, um ihn als Biest zu verachten und um schließlich die  Rechtsschutzversicherung anzurufen, um das Widerrufsrecht einzuklagen. Gott, werd‘ endlich erwachsen, werd‘ Mensch und steh‘ auf zwei Beinen. Lauf selbst und hoff nicht darauf, von vieren getragen zu werden! Und wenn du wen triffst, auf Augenhöhe – gründet eine Laufgruppe.

Foto clementines world

clementines world | HEY . LOW | Foto © 2018 by Tine Hutzel

HEY . LOW

Hier steht der Text1
EINFACH ANFANGEN
„Los! Los…“, rufen die Kinder vom Hinterhof
Ich überlege noch…
Warum eigentlich
Bin kein Kind mehr!
Noch nicht so alt
Schon zu erwachsen
um erwachsen zu sein
Niemand sollte
– je ganz erwachsen werden
[müssen]
und sein…

Wir treffen uns und
warum eigentlich?
warum eigentlich nicht!
wir sind Zwei
Eins und Eins
wir sind viele
sind eins
und
1

Wir sind Zwei
wir machen Fotos
…und schreiben dazu
ein oder zwei Mal
im Monat
wie jetzt
HIER
und: heute
wir sind
Trrrrommelwirbel
zack . bumm
Tadaaa!
clementines . world
komm vorbei
und schau einfach
und uns dabei zu
wir machen die Welt
wie sie passiert
Du machst sie auch
fang‘ einfach an
mach mit
und mach auch
so wie wir

* Jetzt sind wir da! *

ich – du – wir

Beide
& alle
.

***

Anmerkungen

  1. Zuerst veröffentlicht auf https://clementines.world/2018/07/18, Foto © 2018 by Tine Hutzel

Foto Vergänglichkeit I

Am Ende der Nacht / holt sie uns ein. / Die Freiheit / Dinge zu lassen / Dinghaft zu sein. / Nur und einfach nur Mensch / Freund / unter Freunden / Liebende / Seifenblasen im Rauch / im Wind / …o..O..oo.. / Im Garten / die Autobahn im Rücken / im einzigen Gang / mit unseren Maschinen / abseits der Straße . – / wir sind am Rastplatz / im ›Freio‹ / wir sind auf Automatik / sind auf Pause / unsere Motoren / spielen verstecken. / Wir finden uns so, wie Kinder im Alter / spielen zusammen / wenn die Zeit frei ist / und wir nicht daran denken / wie lange sie läuft / oder braucht / um etwas endlich zu schaffen. / Jetzt wieder länger. / Wir feiern / den Ferienbeginn / und scheißen auf’s Zeugnis!

I . Die Hand an der Zigarette

Es ist die Hand. Sie legt etwas hin. Aktiv. Mitten in der Nacht. Fast ist schon morgen. Die Party geht zu Ende. Die zweite in Folge. Heute Schrebergarten. Gestern in der Stadt. Auch ein Garten. Reihenhaus. Geschichte. Geschichten. Gestern trifft sich die Klasse von… deren Alter ich lieber verschweige. Es reicht aber, um sich aktiv daran zu erinnern, was gestern mal war. Und heute eigentlich sollte. Nicht aber (vielleicht: noch nicht) ist. Subtil liegt die Nostalgie über der Hoffnung vergangener Tage. Heute ist alles anders, noch immer sehr gut. Haben nicht alles erreicht. Wie auch? Alles ist viel und kein Maßstab. Manche suchen, andere haben gefunden. Nicht das was sie dachten. Nicht alle. Andere sind mitten drin und deshalb nicht hier. Die Wege sind nicht immer so, dass sie sich kreuzen, wenn man den Abschluss gemacht hat und hinaus in die Welt geht, um sie zu erobern und um dann später einmal so hier zu stehen, die alten Bilder im Rausch zu durchforsten und alles nur so zu sehen, wie man es kann: nicht im Detail, sondern im Großen und Ganzen. Schlicht als Gefühl. Als Mosaik ohne Form. Vollendet ohne Konturen. Ohne Anfang und Ende. Farbe im Jetzt. Und Schwarzweiß.

Unsere Erinnerung ist gemeinsam. Für einen Teil unserer Zeit, die sich einfach verflüchtigt wie der Rauch einer einzelnen Zigarette. Der ganze Aufwand, das Tanzen, das: „Hast Du mal Feuer?“ Das Aufhören können. Das man nicht kann. Das manch einer schafft. Als Zwang gegen Zwang. Man muss doch was leisten! Muss noch was leben. Gesünder, länger und weiter. Wenn nicht bis hin, dann zumindest bis kurz vor die Unendlichkeit. „Und keinen Schritt weiter!“ Vielleicht kommt noch was. Was von der Hoffnung, von der, die man begrub an der Biegung des Flusses. Vielleicht schafft man es mal wieder hin. Und macht es dann wie das Eichhörnchen im Winter, das etwas vergrub und den Schatz fand an anderer Stelle. Just in diesem Sommer. Und der andere Baum beginnt mit dem Wachstum. Ganz unverhofft. Er wächst auch im nächsten Jahr und in dem darauf. Bis ihn  die Kinder beklettern. Bis sie zu groß sind. Bis sie wieder die Schule verlassen, keine Äpfel mehr klauen und hinaus in die Nacht ziehen, statt hinauf auf den Baum. Sich dann einfach finden und am Ende der Welt sind. Zurückkommen. Eine Wohnung mieten und einen Garten. In dem die Kinder bald spielen. Wenn das Planschbecken nicht mehr zur Kühlung der Getränke gebraucht wird, sondern für die Motoren der neuen Generation.

Das ist  noch nicht heute Nacht. Heute ist das Zischen der Flasche, wenn der Kronkorken knickt und die Kohlensäure entweicht. Die Konservierung läuft ab. Der Hauch vergangener Tage liegt in der Luft. Der Alkohol. Wie lange noch haltbar? Mindestens bis… keine Ahnung. Ich stehe auch nicht auf zu viel Nostalgie oder Untergangpanik. Es ist vielleicht noch ein Tag, vielleicht nur ein Jahr. Vielleicht sind es auch zehn oder mehr. Mein Heute ist besser, wenn es nicht gegen das Gestern ist und nicht nur für das Morgen. Zwei Ebenen. Im Gang durch die Zeit. Spielen mit beiden. Auf dem Hochseil. Ungesichert. Im Zirkus. Muss die Hand noch was machen. Noch was, für den Applaus und das Lachen. Wenn der Clown davon ablenkt, dass die Akrobaten erschöpft sind. Erschöpft vom Kunststück in luftiger Höhe. Und er macht was, das bleibt: er zeigt die Freude. Zeigt wie es kommt, nämlich anders. Und wenn nicht so, dann halt so. Für die gemeinsame Strecke. Dafür hat sich’s doch gelohnt! Oder nicht?

Foto Vergänglichkeit I

II . Haribo . Seifenblasen . und Tabletten

Wir sind groß geworden mit Teeniefilmen, die jetzt die Filme der Eltern sind. Zwanzig Jahre vorbei. Einfach so. Als wäre nichts passiert. Und wenn man sich daran erinnert, wie viel dann doch. Wie oft die Hand etwas getan. Getragen oder gesucht. Tastend durch die Welt. Findend oder nicht. Es bleibt ein Lachen im Gesicht, wenn die Äpfel vom Baum fallen und einer sie sammelt und den Kuchen macht, für den Geburtstag. Wenn die Kinder sich sammeln. Oder die Erwachsenen. Oder beide. Und einfach feiern und vergessen, dass es manchmal auch wehtut. Nur nicht, wenn man fällt von dem Hochseil und Glück hat, dass einer ein Netz spannt. Dann fällt man sicher. Kommt mit dem Schrecken davon. „Es kam noch mal anders!“ Sie schütteln sich. Erschrocken. Und lachen. Und verwischen die Schminke im Gesicht. Wenn sie sich treffen, umarmen und lieben und nüchtern sich sagen: es geht noch was weiter. Verwunderung liegt in der Luft. Verwunderung, Lust und der Mut und der Aufbruch, es noch mal zu wagen oder einfach zu tun, ohne zu wissen…

Der Kater streunt durch die Nacht. Aber kennt sein Revier. Das Zuhause. Dort, wo man lebt. Kehrt wieder ein. Hier. In das Haus. Jetzt. Unser Haus. Die Stimmung ist gut. Auf dem Siedepunkt. Bis einer ruft, der vorher nicht da war: „Ab, alle ins Bett!“ Die Nachtruhe setzt ein. Wir setzten sie aus, solange es ging. Aber es geht halt nicht länger. Der Körper geht irgendwann ganz von allein. Er liegt da und man möchte noch weiter, aber man kapituliert. Seltsam stellt sich Beruhigung von selber ein. Ganz natürlich. Wir hinterlassen Reste im Garten. Gehen hinaus in die Stadt. Wir sind das Treibgut. Nehmen Tabletten. Statt Haribo. Die Party ist over. Und wir sind noch immer nicht satt, aber müde. Kommen morgen und räumen auf, dass der Garten uns bleibt. Noch ein Jahr. „Nur noch eins!“ Und vielleicht noch eins. Damit wir dann wieder vergessen, wie lange es dauert, bis das Dunkel so hell ist, wie die Glut einer Zigarette und das Licht der Lampe – ihr schimmerndes Feuer, das heute noch brennt. Auch wenn es längst wieder hell ist und der Kopf noch was wehtut.