Gerade habe ich gesehen, dass der letzte Eintrag im Tagebuch schon wieder 4 Monate her ist. Das „alte Problem“ des chronischen Selbstläufers, der sich selbst nicht mehr einholt – oder wie auch immer man dieses Bild sinnvoll konstruieren will – holte mich da glatt wieder ein. Ich ertappte mich also bei dem Gedanken: Tagebuch? Das kann eigentlich weg. Zudem ist mein ständiger Begleiter beim Betreiben des Blogs das Scheitern an einer kohärenten und linearen Darstellung, die sich durch eine gewisse Geschlossenheit auszeichnet. Wahrscheinlich gehört genau das dazu, dass man redaktionell ganzheitlich ein paar Abstriche machen muss.

Im Alltag fehlt mir schlichtweg zu oft der Moment, die Dinge, die man so tut, noch mal hinsichtlich ihrer Relevanz zu hinterfragen.

Auch darin könnte man, wenn man es denn wollte, ein politisches Problem der fehlenden Freiheit(en) ausmachen. Das spare ich mir an dieser Stelle für spätere Zeiten auf. Immerhin schaffe ich es nun ja, diese Datenbank weiter zu befüllen und mal mit etwas Abstand auf nichts weniger als alles zu blicken.

Da man aus Erfahrungen lernen kann oder soll entgegne ich dem heutigen Löschreflex mit dieser neuen Notiz.

  • Mein Hauptaugenmerk liegt aktuell auf dem wissenschaftlichen Arbeiten. Das wiederum ist etwas langfristiger ausgerichtet, als das gewöhnliche Leben in dieser Zeit.
  • Ich schreibe weiter an neuen (oder nicht mehr ganz so neuen) Songs, aber ich finde selten die Ruhe und die Energie, mich der Sache im Studio wirklich zu widmen. Die Darstellung der bisherigen „Werke“ will ich langfristig so ausrichten, dass sie als Entwicklungsstrang abgebildet werden, aber nicht als eitle Autobiografie oder gar Selbstdarstellung wirken. Diesen Ritt auf der Rasierklinge begleite ich bestenfalls mit einem frischen Verbandskasten. Konkrete Ideen zur Umsetzungen müssen aber auch erst vorliegen, wenn ich das nächste Album abschließe. So ist der Plan.
  • Das Experiment und weitere Buchprojekte werden fertig werden, sobald Zeit und Ruhe dafür vorhanden sind. Es sind nachhaltige Anliegen. Derzeit liegen Skripte im Regal und warten auf ihre Umsetzung. The Story ’s told, but… *Draußen beginnt es zu hageln.*
  • Social Media ist Fake. Influencer sind andere. Erfolg ist der zweite Vorname, den ich nicht trage. Aber ich bereue nichts! Lassen wir es mal ein-, mit- oder auslaufen. Bedenkenlos twittern sollen die anderen. Die können es besser. Mein Leben wähnt sich im Standby.
  • Der Bereich .LOG ist für mich als Schreibender eine der größten Bereicherungen, weil ich hier in Zeiten der transmedialen Omnipräsenz wirklich nur eine Sache machen kann und muss: Schreiben. Deshalb ein paar neue Beiträge. In Kürze: Es gibt neue Texte im .LOG!
  • Ich habe die letzten Lernerfahrungen nicht mehr im Editorial festgehalten. Das Internet und das digitale Leben überholt sich derart schnell, dass ich fast glaube, dass die wenigen Artikel, die ich geschrieben habe, bald schon inhaltlich überholt sind und überarbeitet werden müss(t)en. Das kann und muss ich nicht leisten, denn das Editorial als Lerntagebuch – daran muss man sich (oder ich mich) immer wieder erinnern – dient in erster Linie dem Lernenden selbst, d.h. wann immer ich einen Lernzuwachs oder eine Erweiterung in meinem alltäglichen Workflow dokumentieren möchte, kann ich dies hier tun und später dann das geteilte Wissen dazu nutzen, um selbst wieder gegen mein eigenes Vergessen zu arbeiten. In diesem Punkt erscheint mir die Sache als sinnvoll, aber sie muss vielleicht nicht so prominent auf die Startseite. Es handelt sich um einen Metabereich, der im Hintergrund des Blogs mitläuft. Wer auf diese Inhalte zugreifen möchte, landet dort ohnehin eher, weil er oder sie googelt. Hier steht also eine Veränderung in der Darstellung noch an oder aus.
  • Für die Verwaltung von alten Beiträgen und das Aufbereiten von Reposts habe ich nun endgültig eine Projektverwaltung eingeführt, die als wachsendes System angelegt ist. Ich habe auch hier endgültig akzeptiert, dass Perfektion nicht der Anspruch sein kann. Effizienz zeigt sich durch den konkreten Nutzen im Alltag. Dieser scheint sich nun herauszustellen.
  • Für die Verwaltung meiner Literatur werde ich irgendwann wirklich eine Datenbank benutzen. Wirklich. Mein Kopf ist bis heute aber noch mit dem Suchen der perfekten Ordnungsstruktur überfordert. Hier bleibe ich dran.
  • Ich suche noch nach der Zeit, um eine gute Lösung zur (unabhängigen) Datensicherung zu entwickeln.

Puh, ganz schön viel. Memo an mich: Dranbleiben und abschalten nicht vergessen.