Foto Aufgewühlte Erde, Paris (05. Januar 2010)

Es tobt das Gewitter da draußen
und drinnen der Ball der Geschlechter
es tanzen die Liebsten, Arm in Arm
keiner verharrt in der Toten Gelächter
alle sind einander eins und gebannt
von der Feier im gemeinsamen Stand
– übergreifend, für alle im Leben
— miteinander und füreinander
— für immer?

Willkommen, in Stahlgewittern,
Schöner, lauter, digital und doch echt!
Keiner entflieht; bleibt dieser Gedankenleer?
Freundschaft ohne Geruch eines Menschen.

Erwacht vom Gestank der Gedärme
Schöner, Bauchschuss – Geschrei – 3 Punkte
Wenn im Hof der Regen sich wäscht
Kommt das Licht nicht von draußen,
nicht durch das Fenster.

Edel ist nicht das Geschlecht
Das über sich verfault
O wie war glücklich Ich, als wir noch mit uns
Und den Tag wie die Nacht in den Augen gerochen
was Liebe und Sympathie oder Hass

„Oh, Kloppstock!“
wir verstanden einander schon damals nicht
und doch hatten wir Chancen
ergriffen sie nicht, weil wir Einer nie sind
und zu Zweien immer Fremde
bliebe der Austausch von echtem Gelände
hielten wir uns nicht für besser allein
auch zu Zweien ist man nicht zwingend gemeinsam
sondern nur nur dann, wenn man redet und hört
bleibt das Gelächter der Gräber nur Chor des Spektakels.
1

Anmerkungen

  1. Vgl.: Friedrich Gottlieb Klopstock: Die frühen Gräber (1771), in: Karl Otto Conrady (Hrsg.): Der Große Conrady. Das Buch deutscher Gedichte, erweiterte Neuausgabe, Artemis & Winkler/Patmos, Düsseldorf 2008, S. 239.